107 • Christliche Tugenden

Welche Haltung ist wert, angestrebt zu werden?             Dieser Text als Video  

 

Über den Glauben ist viel Rühmliches zu sagen. Denn das Verhängnis, das mit dem Sündenfall über den Menschen kam, wird durch den Glauben durchbrochen und überwunden. Das gilt im geistlichen Sinne, weil dem Glaubenden die Gerechtigkeit Christi zugerechnet wird. Es gilt aber auch im ethischen Sinne, weil der Glaube eine Wandlung im Wesen und im Verhalten des Menschen nach sich zieht: Die Gottebenbildlichkeit des Menschen, die durch die Sünde verlorenging, wird durch den Glauben wiederhergestellt. Und es wäre seltsam, wenn man das nicht an den Gedanken, Worten und Werken des Glaubenden merken könnte. Denn der mit Gott versöhnte Mensch muss nicht mehr sorgenvoll um sich selbst kreisen. Er erfreut sich christlicher Freiheit und nähert sich damit wieder seiner ursprünglichen Bestimmung. Er wird durch den Glauben immer mehr zu dem Ebenbild Gottes, das er von Anfang an sein sollte. Was aber heißt das konkret? Völlig missverstanden wäre „Gottebenbildlichkeit“, wenn wir annehmen wollten, der Mensch würde Gott „ähnlich“. Denn dann müsste er Gott auch ähnlich werden in seiner Macht, Allwissenheit, Ewigkeit und Vollkommenheit. Der Mensch käme dadurch nicht nur auf Augenhöhe mit seinem Schöpfer, sondern träte in Konkurrenz zu ihm! Es ist darum absurd, dass der Mensch Gott gleichen sollte wie eine Briefmarke der anderen. Und es ist auch gar nicht wünschenswert. Denn gerade der Wunsch „zu sein wie Gott“ (1. Mose 3,5) war ja der Ursprung und die Verlockung der Sünde!

Was meint dann aber „Gottebenbildlichkeit“? Es kann nur bedeuten, dass der Mensch Gott (nicht gleicht, sondern:) entspricht, wie der Abdruck eines Siegels dem Siegel entspricht. Der Abdruck, der im weichen Wachs entsteht, ist ein genaues Ebenbild des metallenen Siegels, das den Abdruck erzeugt. Und dennoch entsprechen den Vertiefungen im Siegel nicht etwa Vertiefungen im Wachs, sondern Erhöhungen. Und den Erhöhungen im Siegel entsprechen im Wachs nicht Erhöhungen, sondern Vertiefungen. Der gottebenbildliche Mensch ist also keiner, der Gott gleicht, sondern einer, der Gott entspricht. Er kopiert Gottes Eigenschaften nicht, sondern passt sich ihnen an und spiegelt sie wieder. Wo Gott Raum fordert, da fällt es diesem Menschen nicht ein, den Raum für sich zu beanspruchen. Wo Gott ihm aber Raum gewährt, da weigert er sich auch nicht, diesen Raum auszufüllen. Der gottentsprechende Mensch lässt Gott ganz Gott sein – und gewinnt dadurch die Freiheit, ganz Mensch zu sein. Denn durch den Glauben trifft er endlich den Ton, der mit Gott aufs Schönste harmoniert. Der Missklang zwischen Gott und Mensch endet, und das Geschöpf erreicht seine Bestimmung…

Die Anwendung dieses Gedankens in der Ethik drängt sich auf und soll im Folgenden ausgeführt werden, indem sieben mal aus je zwei Eigenschaften Gottes zwei christliche Tugenden abgeleitet werden. Dabei entstehen neben dem „Profil“ Gottes das dazu völlig inkompatible Profil des sündigen Menschen – und das kompatible Profil des Gläubigen. Man kann im ersten Fall an Puzzleteile denken, die absolut nicht zueinander passen wollen, und im zweiten Fall an Puzzleteile, die sich perfekt ineinander fügen.

 

1. Gott, dem Schöpfer, kommen ALLMACHT und ALLGEGENWART zu.

 

Dem Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, widerstrebt es aber, sein Leben einem anderen zu verdanken. Er will kein Schicksal zugewiesen bekommen, sondern möchte sich lieber selbst des Lebens und der Welt bemächtigen, um sie in den Griff zu bekommen und ihnen seinen Willen aufzuzwingen. Er möchte aus eigenem Besitz und von eigener Macht leben, will aus sich selbst und für sich selbst sein, denn er sieht sich selbst als Zweck, alles Andere aber nur als Mittel, das seiner Selbstbehauptung dienstbar werden soll.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, empfängt sein Leben bewusst aus Gottes Hand, weiß sich bejaht, erhalten und geführt. Er kennt keinen „Zufall“ und kein „blindes Schicksal“, sondern weiß, dass er es in allem Harten und Zarten, in allem Schönen und Schweren, im Anfang und im Ende immer mit seinem Schöpfer zu tun hat. Er bejaht seine Abhängigkeit, um dort, wo es nötig ist, durch Passivität der Aktivität Gottes zu entsprechen. Es lässt es aber dort, wo Gott ihn befähigt und ermutigt, auch an Aktivität nicht fehlen.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus VERANTWORTUNG und HAUSHALTERSCHAFT: Der Christ bemüht sich, mit den ihm anvertrauten Pfunden zu wuchern und seine Begabungen fruchtbar zu machen – im Sinne dessen, der sie ihm gegeben hat. Er weiß sich Gott verantwortlich für die ihm anvertraute Zeit, die ihm anvertrauten Menschen und Möglichkeiten. Er strebt danach, ein „Rohr und Mittel“ zu sein, durch das Gottes Güte anderen Menschen zufließt. Er respektiert die Geschöpfe um ihres Schöpfers willen und hat Ehrfurcht vor dem Leben. Alle Geschöpfe sind ihm Brüder und Schwestern. Er selbst aber strebt danach, ein nützliches Werkzeug in Gottes Hand zu sein, und stellt sich jeder Aufgabe, die Gott ihm vor die Füße legt.

 

2. Gott, dem Gesetzgeber, kommen AUTORITÄT und GERECHTIGKEIT zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, will nicht der Gesetzgebung und Weisung eines anderen unterliegen. Er möchte gern selbst bestimmen, was für „gut“ oder „böse“ zu halten ist. Um Gottes Gebot nicht folgen zu müssen, behauptet er, Gottes Wille sei unerkennbar, unklar oder stark auslegungsbedürftig. Er relativiert den Maßstab, der ihn der Sünde überführt, und stellt sich taub, damit sein eigener Wille Gesetz sei. Besser, das Leben hätte keinen Sinn, als einen, der ihm nicht gefällt!

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, kennt die Ordnungen, die Gott seiner Schöpfung auferlegt hat. Und er beugt sich der Autorität, die ihm darin begegnet. Er versucht nicht selbst zu bestimmen, was als „gut“ oder „böse“ gelten soll, sondern erkennt in Gottes Wille und Gebot den Maßstab, an dem sein Leben gemessen wird. Er nimmt Gottes Weisung an.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus EINWILLIGUNG und GEHORSAM: Wer Gottes Autorität respektiert, willigt ein in das, was Gott bestimmt. Er lernt zu wollen, was Gott will, bejaht, was Gott bejaht, verneint, was Gott verneint, und beugt sich den Maßstäben, die Gott vorgibt. Er strebt nach der Gerechtigkeit, Disziplin und treuen Gefolgschaft, die der engsten Gemeinschaft mit Gott entsprechen. Er weiß, dass er nicht zwei Herren dienen kann, und verneint darum jede Autorität, die mit der Autorität Gottes in Konkurrenz tritt. All seine Wünsche lässt er einmünden in die Worte Jesu im Garten Gethsemane: „Vater ... nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22,42)

 

3. Gott, dem Offenbarenden, kommen WEISHEIT und WAHRHAFTIGKEIT zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, will klug werden durch seine eigene Vernunft. Er möchte sich der Welt und auch Gottes durch Erkenntnis bemächtigen, will die Wahrheit allein dem Urteil seiner Vernunft unterwerfen und nur gelten lassen, was seine Sinne geprüft haben. Auch Gott soll sich vor des Menschen Vernunft legitimieren. Wo das aber nicht geschieht, hält er sich Gott vom Leib, indem er seine Zweifel pflegt.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, strebt nach Wahrheit, Klarheit und Erkenntnis. Er verachtet auch nicht Vernunft und Wissenschaft. Doch den eigentlichen Schlüssel zum Verständnis des menschlichen Daseins findet er in Gottes Wort. Weil sich ihm darin Gott erschließt, kann er sich und die Welt von der Intention des Schöpfers her verstehen. Aus Gottes offenbarendem Wort empfängt er die verbindliche Deutung seines Daseins und gewinnt Klarheit.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus WAHRHAFTIGKEIT und ZEUGNIS: Wer seine Vernunft von dem erleuchten lässt, der selbst die Wahrheit ist, wird danach streben, in der Wahrheit zu leben und der Verbreitung der Wahrheit zu dienen. Er ist wahrheitsliebend und verlässlich, aufrichtig und offen, will aber stets nur wissen, was Gott ihn wissen lässt. Er sucht die Weisheit Gottes, aber nicht die Klugheit dieser Welt. Er lernt die Welt und den Mitmenschen mit Gottes Augen zu sehen. Und er bekennt sich ohne Scheu zu der Wahrheit, die ihn überwunden hat. Indem er sie weitersagt, gewinnt er Anteil an der Sendung Jesu und am Werk des Heiligen Geistes.

 

4. Gott, dem Richter, kommen STRENGE und ALLWISSENHEIT zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, hat das Bedürfnis, sich zu behaupten. Er ist voller Geltungsdrang, Stolz und Egozentrik. Und weil er erhobenen Hauptes vor Gott und der Welt bestehen möchte, leugnet er jedes Versagen, prahlt mit seiner Tüchtigkeit, rechtfertigt sich selbst und richtet seine eigene Gerechtigkeit auf. Er zweifelt an der Kompetenz jedes Richters – und will auch Gott gegenüber Recht haben. Statt von Gott beurteilt zu werden, will er Gott vor die Schranken seines menschlichen Gerichts ziehen. Über alles will er urteilen, aber von niemandem beurteilt werden.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, erfährt immer wieder, dass das Böse nicht nur in der Welt, sondern auch in ihm selbst mächtig ist. Er ist nicht, wie er nach Gottes Wille sein sollte. Und er kennt die schreckliche Konsequenz: Gott hat guten Grund, das Geschöpf zu verneinen, das durch sein Verhalten Gott verneint. Der Mensch erkennt sein Scheitern, gesteht seine Schuld und liefert sich vorbehaltslos dem Urteil Gottes aus.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus DEMUT und DIENSTBEREITSCHAFT: Von der Wahrheit überwunden akzeptiert der Christ die Vernichtung seines Stolzes und das Scheitern all seiner Rechtfertigungsversuche. Er ist unentschuldbar und nimmt darum Gottes Urteil an. Er gibt sein Geltungsstreben preis und sucht keine Ausreden, sondern lässt Gott Recht haben. Er stimmt der Vernichtung des alten Adams zu, der mit Christus gekreuzigt wird und stirbt. Infolgedessen wird der Mensch fähig, sich zurückzunehmen und anderen Raum zu geben. Seine Selbstgerechtigkeit weicht dem tiefen Verständnis für alle Schuldigen und Gescheiterten. Der Hang zum Richten weicht der Bereitschaft zur Vergebung. Aus Härte wird Sanftmut und aus Stolz wird Demut. Der herrschen wollte, wird bereit zu dienen und vergisst sein Ego, um für andere da zu sein.

 

5. Gott, dem Erlöser, kommen GÜTE und BARMHERZIGKEIT zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, hält wenig von Barmherzigkeit, weil er meint ihrer nicht zu bedürfen – und sie den Anderen nicht gönnt. Er nennt sich zwar selbst gut. Aber in seiner Güte ist stets Herablassung. Und Mitleid empfindet er als eine Kränkung der Schwachen, die solches Mitleid nötig haben. Er hasst das Gefühl, von der Nachsicht anderer abhängig zu sein, denn nicht Milde wünscht er, sondern die Anerkennung und Belohnung seiner Leistungen. Er will nicht gerettet, sondern bewundert werden, will lieber Hammer als Amboss sein und hält es für natürlich, dass jede seiner Taten (offen oder verdeckt) ein Akt der Selbstbejahung ist.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, weiß, dass er sein Dasein nicht selbst rechtfertigen kann und erkennt im Evangelium den von Gott gewiesenen Ausweg aus seiner verzweifelten Lage. Er vertraut auf Jesus Christus, der für ihn starb und auferstand. An ihn hängt und klammert er sich mit aller Kraft und bei ihm sucht er Zuflucht. Denn nicht bei sich selbst oder in der Welt, sondern allein bei Christus findet er Gnade, Trost, Freiheit und offene Arme.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus BARMHERZIGKEIT und NÄCHSTENLIEBE: Der Christ lebt von der Zuwendung Gottes, die sein zentrales Lebensproblem gelöst hat. Er ist trotz seines Versagens von Gott angenommen und damit nicht nur frei „von“ seiner Sorge, sondern auch frei „für“ den Mitmenschen. Statt sorgend um sich selbst zu kreisen, kann er sich selbstvergessen dem anderen zuwenden. Weil Gott ihn reich gemacht hat, kann er gelassen abgeben. Weil er Gottes Liebe empfing, kann er Liebe üben. Und weil er Barmherzigkeit erfuhr, kann er selbst barmherzig sein. Er braucht nicht mehr das Gefühl, ein Sieger zu sein, sondern kann sich als Gescheiterter an die Seite der Gescheiterten stellen. Gottes Erbarmen hat ihn erreicht wie eine große Welle, die ihn mitnimmt und in die große Bewegung hineinreißt, mit der Gott seinen Geschöpfen zu Hilfe eilt.

 

6. Gott, dem Geist, kommen HEILIGKEIT und VOLLKOMMENHEIT zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, kann und will das Heilige nicht vom Profanen unterscheiden, interessiert sich auch nicht dafür, sondern sucht seinen Vorteil und sein Vergnügen auch im Schmutz. Er mag auf nichts verzichten, was Spaß macht, und lässt nichts aus, was einen Kitzel verspricht. Aus Angst, etwas zu verpassen, wühlt er sich bedenkenlos auch ins Morbide und Perverse hinein.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, weiß sich von Gott angenommen und bemüht sich, ein dementsprechendes Leben zu führen, indem er Herz und Hände „heiligt“, sich an Christus bindet, ihm folgt und für ihn einsteht. Er gibt dem Geist Gottes Raum in seinen Gedanken, Worten und Werken. Und er hält sich zur Gemeinschaft der Kirche, die ihn dabei stärkt und stützt.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus HEILIGUNG und ENTHALTUNG: Der Christ ist der Verstrickung in die „Welt“ entnommen und von Gott zu Besserem berufen. Er hat eingewilligt in den Untergang des „alten Adams“ und hat sein Selbst an Gott verloren, damit künftig Gottes Geist ihn erfülle und erneuere. Ein Tempel des Heiligen Geistes soll er sein! Damit dieser Tempel aber nicht immer neu besudelt wird, gehört zum Glauben auch Disziplin. Obwohl der Christ sich an den guten Gaben der Schöpfung freut, achtet er doch darauf, ihnen nicht zu verfallen. Um sich zu heiligen, kann er verzichten.

Um rein zu bleiben, kann er zum Unreinen Distanz halten. Und auch wo er dankbar besitzt und genießt, ist er stets bereit loszulassen. Er hat die Dinge, „als hätte er sie nicht“. Doch tut er’s eben nicht mit saurer Miene, sondern in der freudigen Absicht, Gott immer mehr Raum zu geben. Er strebt nach einer Keuschheit der Seele, die sich um Gottes willen des Gottwidrigen enthalten und „Nein“ sagen kann.

 

7. Gott dem Vollender, kommen UNVERÄNDERLICHKEIT und TREUE zu.

 

Der Sünder, der Gott GLEICHEN möchte, behauptet auch verlässlich zu sein. Doch tatsächlich schwankt er ständig zwischen Überheblichkeit und Verzweiflung. Er bläst sich gern auf und will sich gegen Gott und die Welt behaupten. Wenn aber zutage tritt, dass er dabei seine Möglichkeiten überschätzt, fällt er in Verzweiflung und Resignation. Er kennt nur die Hoffnung, die sich auf seine eigenen Kräfte stützt – und ist darum gerade in seinen hellsten Momenten unsicher. Denn kann er nicht Gott sein, so will er gar nichts sein. Und muss er untergehen, so soll mit ihm alles untergehen.

 

Der Christ, der Gott ENTSPRECHEN möchte, weiß, dass Gottes Liebe immer das letzte Wort haben wird. Darum ist seine Hoffnung unverwüstlich inmitten von Leid und Tod, Schmerz und Schuld. Diese Mächte bedrängen den Christen zwar, aber er kann ihnen zuwider leben. Denn er weiß um ihre Überwindung am Jüngsten Tag. Er ersehnt die Erfüllung der göttlichen Verheißungen mit brennender Geduld und lebt darum schon heute im Licht des kommenden Tages.

 

Als christliche Tugenden erwachsen daraus ZUVERSICHT und RESISTENZ: Der Christ gründet seine Hoffnung nicht auf die eigene Kraft, sondern auf die Treue Gottes. Weil die aber unbegrenzt ist, ist es auch die Hoffnung des Christen. Er weiß, dass Gott alles kann, was er will, und darum unfehlbar tun wird, was er verheißen hat. Gottes Wille ist unüberwindlich. Darum können auch dem Christen niemals der Trost, der Mut oder die Zuversicht ausgehen. Weil bei Gott nichts unmöglich ist, gibt es für den Christen keine aussichtslosen Situationen. Und da er von der Menschheit nichts erwartet, lässt ihn das Versagen der Menschheit auch nicht resignieren. Er hofft und betet für alle, die das Hoffen und Beten aufgegeben haben. Und er widersetzt sich den Spielregeln des vergehenden Äons, um schon heute nach den Spielregeln des Reiches Gottes zu leben. Weil er teilhat an der Auferstehung Jesu Christi, ist er mitten im Tode vom Leben umfangen.

 

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