Eros und Agape (von wahrer Liebe)

 

Wenn man in unserer Gesellschaft nach Werten sucht, auf die sich alle einigen können, und nach Idealen, über die Konsens besteht, dann findet man nicht gerade viele. Doch immerhin stößt man auf den Begriff der „Liebe“, der allgemeine Anerkennung findet und keine direkten Gegner hat. Denn wer könnte schon gegen die Liebe sein, dieses schöne Gefühl und diese hohe Tugend, die Familien zusammenhält, die von der Bibel gefordert, von Philosophen geschätzt, von Dichtern besungen und von Moralisten verherrlicht wird? Es kann auch keiner sagen, Liebe ginge ihn nichts an! Denn wenn wir nichts liebten, würden wir nach nichts streben. Hätten sich unsere Eltern nicht geliebt, wären wir gar nicht da. Und würden wir aktuell von niemandem geliebt, könnten wir das kaum aushalten. Die Liebe zum eigenen Kind bleibt eine lebenslang treibende Kraft. Und ohne die Liebe zu Gott und zum Nächsten ließe sich auch der christliche Glaube nicht verstehen. So scheint die Liebe eine Währung zu sein, die überall gilt, ein Schlüssel für jedes Schloss und ein Argument, das immer sticht. Denn Liebe gilt als so ehrenwertes Motiv, dass viele meinen, was „aus Liebe“ geschieht, könne niemals falsch sein. Man fragt nur rhetorisch „Kann denn Liebe Sünde sein?“ Und mit einem treuherzigen Augenaufschlag verbunden duldet das keine Widerrede. Denn man tut, als sei noch nie ein Verbrechen „aus Liebe“ begangen worden! Alles scheint geadelt und entschuldigt, wenn’s denn nur „aus Liebe“ geschieht! Doch ist die Liebe wirklich eine so edle „Himmelsmacht“? Und wissen wir auch genau, was das Wort bezeichnet? Wird das Etikett „Liebe“ nicht auf sehr Verschiedenes angewandt? Soviel muss uns zumindest klar sein, dass man seine Kinder anders „liebt“ als z.B. gute Musik oder eine Sportart. Man liebt den Ehepartner anders als seine Lieblingsspeise oder „die schöne Natur“. Und man liebt Gott in einem anderen Sinn als den Mitmenschen in Not! Nicht immer lässt sich trennen, ob man jemand nur „braucht“ oder wirklich „liebt“. Und ebenso oft wird Liebe mit Begehren verwechselt, mit Besitz und Kontrolle. So liebt man jedenfalls sein Hobby anders als die eigenen Eltern, und den Hund wieder nicht so, wie man sich selbst liebt. Liebe hat durchaus nicht immer mit Romantik zu tun. Und wenn wir Paulus nach der Liebe fragen, bekommen wir eine ganz andere Antwort, als wenn wir uns bei Platon erkundigen. So müssen wir denn, um Ordnung zu schaffen, zunächst zwei Arten von Liebe unterscheiden, für die es in der Sprache des Neuen Testaments verschiedene Worte gibt. Nämlich (griechisch) „Eros“ einerseits – und „Agape“ andererseits… 

Das Wesen der „Agape“ erklärt man am besten anhand der Liebe, mit der Gott sich dem Menschen zuwendet. Denn diese Liebe ist ausgesprochen „selbstlos“ und wirkt im Blick auf ihren Gegenstand regelrecht „unmotiviert“, weil sie ihren Grund gerade nicht in einer positiven Beschaffenheit des geliebten Menschen hat. Agape erklärt sich nicht aus den Qualitäten des Geliebten – und sie fragt auch gar nicht, ob er die ihm zugewandte Liebe „verdient“. Sondern selbst, wenn man das klar verneinen muss, hört die Liebe deshalb nicht auf. Denn sie entspringt einzig und allein dem Wesen und dem Willen dessen, der da liebt! Agape-Liebe wird also nicht durch die „Attraktivität“ ihres Gegenstandes hervorgerufen. Und gerade die Liebe Gottes zu uns Menschen ist in diesem Sinne „grundlos“, weil für sie kein anderer Grund angegeben werden kann als Gott selbst. Warum Gott Sünder liebt, die doch viel eher seinen Zorn verdienten, weiß nur er allein. Es ist erstaunlich! Und so bleibt das Evangelium (als Kundgabe göttlicher Liebe an nichtswürdige Kreaturen) ein Mysterium. Gott liebt, was keine Liebe verdient! Und das zu wissen, ist überaus tröstlich für alle, die Gott nichts vorzuweisen haben. Denn das Erbarmen, das sie brauchen, ohne einen Anspruch darauf zu haben, findet seine Begründung jenseits der eigenen Person in Gott. Und gerade durch diese unableitbare „externe“ Begründung steht solch liebendes Erbarmen dann unerschütterlich fest, weil es (von menschlichen Leistungen unabhängig) auch durch menschliche Fehlleistungen nicht ins Wanken gerät. Natürlich ist diese Eigenart der Liebe Gottes eine schwere Kränkung für alle, die mit eigener Weisheit und Tugend die Anerkennung Gottes gewinnen und dann um ihrer Tüchtigkeit willen geliebt, gelobt und belohnt werden wollen. Die kommen mit seiner Agape gar nicht klar! Denn so wenig menschliches Versagen die Liebe Gottes abschrecken kann, genauso wenig vermag menschliche Leistung seine Liebe zu gewinnen. Es lässt sich da kein Anspruch sichern, denn Agape bleibt stets Gottes freie und ungeschuldete Zuwendung! Es kümmert ihn nicht, ob wir seiner Liebe wert sind, sondern umgekehrt legt Gott uns liebend einen Wert bei, den wir erst durch diese Zuwendung bekommen. Mit den Worten von Anders Nygren gesagt: „Agape ist schöpferische Liebe. Die göttliche Liebe liebt nicht das, was schon an sich der Liebe wert ist, sondern im Gegenteil: Was an sich keinen Wert hat, erhält einen solchen gerade dadurch, dass es Gegenstand der göttlichen Liebe wird. Agape hat nichts mit der Liebe zu tun, die sich auf die Feststellung einer wertvollen Beschaffenheit ihres Gegenstandes gründet. Agape konstatiert nicht Werte, sondern schafft Werte. Agape liebt und verleiht dadurch Wert. Der von Gott geliebte Mensch hat keinen Wert an sich; was ihm einen Wert gibt, ist gerade dies, dass Gott ihn liebt. Agape ist ein wertschaffendes Prinzip.“ (Eros und Agape, 1930, Teil 1, S. 61) Indem Gott sich dem Menschen liebend zuwendet, setzt er sich positiv zu ihm in Beziehung und stiftet eine Gemeinschaft, die der Mensch von sich aus nie hätte herstellen können. Gottes Liebe will dann aber nicht haltmachen, sondern will durch jene Menschen, die sie erfasst hat, weitergegeben werden. Die sich von Gott geliebt wissen, sollen die erfahrene Barmherzigkeit wiederum anderen erweisen – und dabei auch ihrerseits nicht fragen, ob diese anderen es wohl „wert“ sind. Denn das Wesen der Agape als Nächstenliebe zeigt sich gerade dort, wo mit einer Erwiderung nicht zu rechnen ist, weil man die Liebe nicht dem Freund, sondern dem Feind erweist… 

Doch sprachen wir davon, dass es im Griechischen zwei Worte für „Liebe“ gibt. Und so müssen wir nun zu dem anderen kommen, das „Eros“ heißt. Im Unterschied zur Agape wird die Eros-Liebe durch den Wert und die positiven Eigenschaften des geliebten Gegenstandes hervorgerufen. Denn dieser Gegenstand (den der Liebende kennt, ohne ihn schon zu besitzen) wird um seiner Qualitäten willen begehrt – eben weil er als „begehrenswert“ oder „liebenswert“ erkannt wurde. Anders als bei der Agape liegt damit das Motiv der Eros-Liebe ganz offen zu Tage – und niemand muss darüber rätseln, was sie antreibt. Denn der geliebte Gegenstand hat etwas Positives an sich, das der Liebende entbehrt und das er erlangen möchte, um durch die Vereinigung damit sein Leben gelingen zu lassen, es abzurunden und zu verschönern. Manche Menschen hoffen dahin zu kommen, indem sie Besitz, Macht und Wissen erwerben. Manche lieben eher Schönheit und Ruhm. Und andere erkennen in Gott das noch viel lohnendere Ziel! Die Struktur der Liebesbeziehung ist aber durchaus die gleiche, denn der Liebende begehrt, was ihm fehlt, weil er dessen Wert erkennt. Und liebend wünscht er sich damit zu vereinigen, weil ihm das geliebte Gegenüber etwas „bringt“, das er anders nicht haben kann. Da so ein Liebender seinem Mangel abhelfen möchte, ist der egoistische Grundzug dieser Liebe nicht zu übersehen. Das geliebte Gegenüber wird ja nicht „um seiner selbst willen“ geliebt, sondern weil es zur Steigerung des eigenen Lebensgefühls beiträgt. Diese Steigerung ist das eigentliche Ziel – und der geliebte Gegenstand nur Mittel dazu. Denn man liebt den Erdbeerkuchen um des Genusses willen, den er verschafft… Doch muss man das nicht verwerflich finden. Und wenn sich solche Liebe auf Gott richtet, zeugt sie auch von Einsicht. Denn tatsächlich ist das Himmlische dem Irdischen vorzuziehen, das Ewige dem Vergänglichen und das Vollkommene dem Unvollkommenen. Erfülltes Leben gibt es überhaupt nur in der Gemeinschaft mit Gott! Warum sollte es der Weise woanders suchen? Und doch bleibt, wer auf diese Weise sein Heil erstrebt, an sich selbst gebunden. Denn anders als Agape sucht Eros den eigenen Vorteil. Und anders als Agape kann Eros-Liebe ihrem Gegenstand auch kein „Wert“ verleihen, weil sie ja nur auf schon vorhandenen Wert reagiert, an dem sie teilhaben will. Dass Gottes Liebe zum Menschen nicht „Eros“ sein kann, versteht sich damit von selbst. Denn Eros setzt auf Seiten des Liebenden Defizite voraus. Und – was sollte Gott schon „begehren“, der doch in jeder Hinsicht vollkommen ist? Er bedarf des Menschen nicht zu seinem Glück! Der Mensch hingegen wird von Gott angezogen, weil er in Gott jenes höchsten Wertes teilhaftig wird, den er auf Erden entbehrt und auch in sich selbst nicht finden kann. Das Gute liebend eint sich der Mensch mit dem Guten: Gott selbst ist sein Lohn! Doch die menschliche Egozentrik wir dabei nicht überwunden. Denn Eros erstrebt das Reizvolle, weil die Gemeinschaft mit ihm ein Gewinn ist. Und diesen schalen Beigeschmack behält Eros-Liebe auch im Verhältnis von Mensch zu Mensch. Denn auch da wird der Geliebte nicht „an sich“ geschätzt, sondern wegen dem, was er den anderen „bringt“. Und für den weniger „attraktiven“ und weniger „wertvollen“ Menschen, der’s nicht „bringt“, hat diese Art der Liebe weder Verheißung noch Trost, sondern gerade sie wird ihm zum erbarmungslosen Gesetz. Wer der Eros-Logik verhaftet bleibt, muss sich stets hervortun, um seinen Wert für andere zu unterstreichen. Er muss versuchen fremden Maßstäben zu genügen, um für dieses Genügen geliebt zu werden. Er muss Liebe oft mit Wohlverhalten erkaufen. Und wenn er daran gewöhnt ist, wird er das Evangelium auch nicht verstehen, solange er nicht die ganz andere Art von Liebe versteht, die ihm das Evangelium bezeugt – jene menschgewordene Agape nämlich, die an den stolzen Pharisäern vorbei zu den Sündern geht, um denen, die nicht liebenswert sind, durch Liebe Wert zu verleihen. 

Wir können nun Eros und Agape gegenüberstellen. Und im direkten Vergleich zeigt sich, wie missverständlich es ist, beide Begriffe unterschiedslos mit dem deutschen Wort „Liebe“ zu übersetzen. Denn Eros sucht die Gemeinschaft, um selbst glücklich zu werden. Und Agape sucht die Gemeinschaft, um den anderen glücklich zu machen. Eros wird von egozentrischem Interesse getrieben. Agape hingegen verschenkt sich selbstlos. Eros-Liebe erlischt, sobald ihr Gegenstand seine Attraktivität verliert. Agape hingegen bleibt davon unberührt, weil sie nach Attraktivität gar nicht fragt. Eros hat ein Interesse am Wohlergehen des Geliebten – aber nur so, wie der Bauer an der Gesundheit der Kuh, die er melken will. Agape dagegen nimmt das Wohlergehen des Geliebten wichtiger als das eigene – und ist darum zu Opfern bereit (Joh 15,13). Eros ist eine Fortsetzung der Selbstliebe mit anderen Mitteln. Agape hingegen macht ihren Gegenstand zu dem Zweck, dem sie dient. Wer der Eros-Liebe nichts bieten kann, hat sie schon verloren. Wer hingegen selbst nichts ist, kann durch Agape etwas werden. Der Gegensatz könnte größer kaum sein! Wenn wir nun aber in uns hineinhorchen und uns daraufhin prüfen, welche Art von Liebe uns selbst bestimmt, beherrscht und bewegt: Was stellen wir dann fest? Vermutlich, dass unsere eigene Liebe ziemlich viel mit Eros, und erschreckend wenig mit Agape zu tun hat. Denn ich zumindest muss sagen, dass mein Interesse an den Dingen, die ich liebe, nicht „uneigennützig“ ist. Schließlich liebt man die Familie, weil sie einem Wärme gibt, und das Essen, weil es schmeckt. Man liebt die Freunde, weil sie die Zuneigung erwidern, und man liebt Gott wegen seiner Barmherzigkeit. Wenn aber das geliebte Gegenüber nicht mehr nett ist, sondern plötzlich „nervt“ und Ansprüche stellt, wenn’s mehr Mühe macht als Freude und mehr kostet als es bringt – erkaltet unsere Liebe dann nicht recht schnell? Und wenn sie nicht erwidert wird –  lässt sie dann nicht rapide nach? Halte ich etwa an einer Freundschaft fest, wenn sie ganz einseitig ist? Wende ich mich da nicht „lohnenderen“ Zielen zu? Und verrät sich darin nicht meine Eros-Liebe, die auch in der Zuwendung zum anderen eigentlich sich selbst sucht – nämlich den Vorteil, zu dem mir die Gemeinschaft mit dem anderen verhilft? Es ist ernüchternd! Aber welche Liebe fühlen wir denn, die sich nicht zurückführen ließe auf Selbstliebe? Beim Partner sucht man die glückliche Ergänzung der eigenen Person. Und bei Gott die Erlösung und Verewigung der Seele. Die Kinder liebt man als ausgelagerte Repräsentanz seiner selbst. Und Konsumgüter liebt man, weil sie unser Lebensgefühl steigern. Selbst an den guten Taten der Nächstenliebe schätzten wir, dass sie uns mit einem wohligen Gefühl moralischer Überlegenheit belohnen! Und so ist all unsere Liebe eng verquickt mit Selbstliebe (amor sui). Die aber ist keineswegs eine edle Tugend, sondern ganz im Gegenteil eine klassische Definition der Sünde. Darum muss ich mir nicht einbilden, die gewöhnliche Liebe zur Familie und zu den Freunden sei ethisch besonders „wertvoll“, machte mich zum „guten Menschen“ oder gar schon zum Christen (vgl. Lk 6,32-35). Vielmehr fällt jene Liebe, die sich „auszahlt“, unter das Verdikt Meister Eckharts, der sagt: „Jeder, der durch oder in etwas sein Glücksgefühl sucht, liebt nicht dieses andere, sondern sich selbst. Diese Liebe bewirkt kein Außer-sich-Sein und ist keine Liebe.“ Eckhart weiß natürlich auch, wie Eros funktioniert. Eros ist die Klugheit der Tiere, die sich im Winter dicht aneinanderdrängen, weil die Nähe des einen den andern wärmt! Doch dem gegenüber steht als „wahre Liebe“ die Agape, die Paulus im Hohelied besingt (1. Kor 13,1-13) – die sich nämlich selbst vergisst und sich verschenkt, um für andere da zu sein, die nicht „das Ihre“ sucht, sondern das, was dem Geliebten nützt, die nicht glücklich werden, sondern glücklich machen will. Und nur diese verdient in Wahrheit den Namen der Liebe.

Denn Begehren ist keine Tugend. Die Agape-Liebe hingegen die ist uns von Christus geboten. Und als seltene Blume erblüht sie erst dann, wenn wir die Selbstliebe hinter uns lassen. Sie hat nichts zu tun mit der bauernschlauen Erkenntnis, dass „eine Hand die andere wäscht“. Sondern dort wird Agape sichtbar, wo sich unsere Zuwendung eben nicht „lohnt“, weil sie sich an Menschen verschenkt, die nichts für uns tun können oder wollen – nämlich an Machtlosen Fremde und Feinde. In der Familie findet sich Agape nicht etwa, wo man sich an „sein eigen Fleisch und Blut“ klammert, sondern viel eher dort, wo man‘s loslässt. Denn größer als das „Haben- und Behaltenwollen“ ist die Liebe, die im Interesse des Geliebten auf den Geliebten verzichten kann (1. Kön 3,16-28). Zwischen Mann und Frau ist ein „Egoismus zu zweit“, der beim anderen bloß die Erfüllung der eigenen Träume sucht, gerade keine „wahre“ Liebe. Sondern erst, wenn das Schicksal die Lasten ungleich verteilt, so dass der eine nur noch „gibt“, und der andere nur noch „nimmt“ – und man dennoch zusammenbleibt – dann kann man von „Liebe“ reden. Und die Liebe zu Gott beginnt auch erst da, wo man Himmel und Hölle vergessend den „Heilsegoismus“ überwindet, um Gott nicht wegen seiner Wohltaten, sondern um seiner selbst willen zu bejahen – selbst wenn er sich gegen uns stellen und uns verwerfen wollte. Ja, erst uneigennützige Liebe ist „wahre“ Liebe! Und ich für meinen Teil rühme mich nicht, dass ich viel davon verstünde oder sie gar übte. Sondern allein dessen will ich mich rühmen und freuen, dass ich Gegenstand einer solchen Liebe bin! Denn das Evangelium vergewissert uns jener Liebe Gottes, die uns einen Wert verleiht, den wir selbst nicht haben. Was Christus am Kreuz für uns tat, das war Liebe! Dass aber jeder hormongesteuerte Jüngling seine ungewaschenen Gefühle mit demselben hohen Namen bezeichnet, und jede übergriffige Mutter ihrem Brutpflegeverhalten denselben Titel verleiht – das finde ich schwer erträglich. Denn es steht zwar im Neuen Testament, dass Gott Liebe ist. Aber der Umkehrschluss, dass alles, was wir so „Liebe“ nennen, darum auch schon „göttlich“ sei – der ist falsch. Unser Bündel von Begehrlichkeiten ist durchaus nicht „himmlisch geadelt“ und gehört in die Trias von Glaube, Liebe und Hoffnung nicht mit hinein. Was aber ein jeder mit dieser Einsicht ganz persönlich macht und welche Konsequenzen er zieht, das bleibt ihm überlassen.