Wie ist Gott?

 

 

Wenn wir es mit jemandem zu tun bekommen, den wir nicht kennen, dann er-kundigen wir uns, wie der so ist. Kommt ein neuer Lehrer in die Schule und hat erst ein- zweimal unterrichtet, fragen sich die Schüler untereinander: „Und wie ist der so?“ Macht ein neuer Wirt eine Gaststätte auf, fragt man im Stadtteil: „Und wie ist der so?“ Und erst recht wenn in der Firma der Chef wechselt, und keiner weiß, ob das etwas Gutes bedeutet, versucht man Erkundigungen einzuziehen: „Wie ist der so?“ 

Anscheinend setzen wir voraus, es ließe sich in ein oder zwei Sätzen sagen, wie einer „ist“. Der ist streng oder locker, ehrgeizig oder bequem, genau oder chao-tisch, arrogant oder kumpelhaft. „Aha“ sagt man, „so ist der also!“ Aber wenn man ernsthaft darüber nachdenkt: kann man den Charakter einer Personen wirklich auf ein oder zwei Begriffe reduzieren? Und wenn andere das mit uns machen – fühlen wir uns dann verstanden? Ich für meinen Teil bin weder ernst noch lustig „aus Prinzip“, sondern bin manchmal das eine und manchmal das andere. Wenn es um Gartenarbeit geht, kann man mich „faul“ nennen, aber im Bücherlesen bin ich „fleißig“. Bei einer Unterhaltung über Kochrezepte schweige ich wie ein Klotz. Geht’s aber um mein Fachgebiet, bin ich wie ausgewechselt, und man könnte mich für eine Plaudertasche halten. So differenziert muss man das bei jedem Menschen sehen! Denn in dieser Hinsicht unterscheiden sich Personen von Sachen. Ein Stück Eisen ist hart – ganz gleich, von welcher Seite ich es betrachte. Und Butter ist weich – ganz egal, wo ich hineinschneide. Ein Brikett kann ich zersägen – es ist durch und durch schwarz. Aber Personen sind komplizierter. Die sind nicht „an und für sich“ immer „so“. Und es ist auch nicht egal, wer ihnen gegenübersteht, um ihr „So-Sein“ zu beurteilen. Sondern Per-sonen sind, was sie sind, stets in der konkreten Beziehung zu dem, der ihnen begegnet. Ein und derselbe Mensch kann seinem Kind gegenüber ein ganz weiches Herz haben und sich eine Stunde später in der Beziehung zu seinen Angestellten als Tyrann erweisen. Ein und derselbe Mensch wird von seinen Freunden ganz anders erlebt als von seinen Feinden. Mancher verhält sich unter Männern völlig anders als in einer Gruppe von Frauen. Und das alles hat natür-lich nichts mit Stimmungsschwankungen zu tun oder mit einer labilen Persönlich-keit, sondern es zeigt einfach nur, dass die Frage, wie eine Person „ist“, sich nicht trennen lässt von der Frage, wer sich ihr auf welche Weise nähert. Klingele ich bei ihnen zuhause an der Tür und bitte freundlich um eine Auskunft, erlebe ich sie wahrscheinlich anders, als wenn ich ihnen einen Stein ins Fenster werfe und warte, bis sie herauskommen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ihr Charakter schwankte, sondern dass ich mich auf sehr verschiedene Weise ge-nähert habe! 

Fragt also jemand nach dem neuen Lehrer, Gastwirt oder Chef, ist es nicht hilf-reich zu sagen, der sei immer „so“. Sondern um der Person gerecht zu werden, ist es viel besser konditionale Sätze zu bilden mit „wenn-dann“. „Wenn du mit echtem Interesse zu diesem Lehrer gehst, dann wird er dir alles geduldig erklä-ren.“ „Wenn du dich in jenem Lokal über das Essen beschwerst, dann wirft dich der Wirt hinaus.“ „Wenn du dem neuen Chef mit Offenheit begegnest, dann werdet ihr gut auskommen.“ Mit solchen Sätzen sind Personen viel besser zu beschreiben als mit einzelnen Begriffen. Denn keiner ist immer und zu jedem gleich. Sondern je nachdem wie man an uns herantritt, wird man uns unter-schiedlich erleben. 

Und das ist bei Gott auch so. Er ist kein Ding, sondern eine Person! Wenn darum jemand wissen will, wie Gott ist, und man sagt „Gott ist immer lieb!“, dann ist das falsch. Und wenn man sagt „Gott ist furchtbar streng!“, ist das auch nicht richtiger. Denn Gott ist eben nicht wie jenes Kohle-Brikett, das innen wie außen immer die gleiche Schwärze zeigt. Sondern wie Gott „ist“ und erfahren wird, hängt davon ab, wer sich ihm auf welche Weise nähert. Natürlich bleibt Gott immer mit sich selbst identisch, ist immer allmächtig, allgegenwärtig, allwissend und ewig. Aber wie er sich zu einem konkreten Menschen stellt, lässt sich nicht pauschal beant-worten. Denn das ist wie in der Quantenphysik, wo der Messvorgang selbst Einfluss hat auf das, was gemessen wird. Komme ich bescheiden und ehrfürchtig zu Gott, werde ich ihn anders erleben, als wenn ich stolz und misstrauisch bin. Doch das bedeutet nicht, dass wir über Gott im Unklaren blieben. Denn im Neuen Testament finden wir viele „Wenn-dann-Sätze“, in denen Gott sehr präzise über sich selbst Auskunft gibt. Und bei den Zusagen, die wir da lesen, ist auch ganz klar, wem sie gelten und wann sie gelten. Da steht z.B.: Die sich zu Jesus be-kennen vor den Menschen, zu denen wird er sich auch bekennen vor seinem himmlischen Vater (Matth. 10,32). Und wer sein Leben verliert um Jesu willen, der wird’s finden (Matth. 10,39). Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden (Matth. 23,12). Und wer beharrt bis ans Ende, der wird selig (Matth. 24,13). Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, sagt Joh. 3,16. Aber gerettet werden dadurch nicht einfach „alle“, sondern alle „die an ihn glauben“. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben (Joh. 3,36). Die anderen aber nicht. Wer Jesu Wort hört und glaubt dem, der ihn gesandt hat, der kommt nicht in das Gericht, sondern ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen (Joh. 5,24). Und wer zu Jesus kommt, den wird er nicht hinausstoßen (Joh. 6,37). In solchen Versen, klärt Gott uns darüber auf, wie er sich zu uns verhalten wird, wenn wir ihm so oder so begegnen! Jesus ist das Licht der Welt, und wer ihm nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis (Joh. 8,12). Doch wer ihm nicht nachfolgt, dem gilt auch dieses Versprechen nicht! Denen, die Jesu Wort glauben und dabei bleiben, denen ist zugesagt, dass die Wahrheit sie frei machen wird (Joh. 8,31-32). Und die durch ihn hineingehen wie durch eine Tür, die werden die Seligkeit erlangen (Joh. 10,9). Die an Jesus glau-ben, werden leben, selbst wenn sie sterben (Joh. 11,25). Und wenn sie sein Wort halten, wird Gott sie lieben und bei ihnen Wohnung nehmen (Joh. 14,23). Aber wer’s nicht glaubt, wird auch nicht selig – denn dem hat Gott ja nichts verspro-chen! Für die, die in Christus Jesus sind, gibt es keine Verdammnis mehr (Röm. 8,1). Und wenn sie Gott lieben, werden ihnen alle Dinge zum Besten dienen (Röm. 8,28). Doch wer Gottes liebevolle Zuwendung verschmäht, dem wird sie auch nichts nützen. Wenn die Gläubigen mit dem Munde bekennen, werden sie gerettet (Röm. 10,10). Und wenn sie getreu sind bis an den Tod, wird ihnen die Krone des Lebens gegeben (Offb. 2,10). Aber eben nur dann! All diese Selbst-auskünfte Gottes sind konditional formuliert und sagen präzise voraus, wie wir Gott erfahren werden, wenn wir ihm so begegnen – und wie wir ihn ganz anders erfahren werden, wenn wir ihm anders begegnen. Auf diese Selbstauskünfte Gottes ist unbedingt Verlass! Sie binden ihn, weil er sich selbst in dieser Weise binden wollte. Doch klar ist auch, dass sich Gott jenseits dessen zu nichts ver-pflichtet hat, sondern jenseits dessen frei bleibt. In manchen Dingen hat er sich festgelegt. In anderen aber nicht. Und wer nur das eine weiß, weiß von Gott zu wenig. Denn offensichtlich muss man zwei Seiten Gottes unterscheiden, die man die „freie“ und die „gebundene“ nennen kann, oder – mit den Begriffen Martin Luthers – die „verborgene“ und die „offenbare“ Seite Gottes. 

Wie ist nach Luther der „Deus absconditus“, der „verborgene Gott“? Er ist in seiner Heiligkeit unnahbar und in seiner Absolutheit erschreckend, seine Gottheit ist unbegreiflich, und seine Majestät überwältigend, das Geheimnis seines Willens ist unerforschlich, und seine Herrlichkeit blendend, er ist in seiner himmli-schen Ferne unnahbar und in seiner Strenge für uns Sünder unerträglich. Dieser verborgene Gott legt sich nicht fest, er kann tun, was er will, und nimmt uns mit seiner unumschränkten Freiheit regelrecht den Atem. Denn er ist uns gegenüber nicht nur ungleichartig, inkompatibel und verschlossen, sondern auch unbe-greiflich und bedrohlich, so dass man von ihm nicht predigen und sich zu ihm nicht in Beziehung setzen kann. Nach seiner verborgenen Seite will Gott auch gar keine Beziehung! Unser schlechtes Leben steht im Widerspruch zu seiner Heiligkeit! Es ist ein Widerspruch, den er nicht dulden kann! Und die natürliche Reaktion des Sünders ist, dass ihn die ungebundene Seite Gottes in Panik ver-setzt.

Aber Luther kennt eben auch die andere, die zugewandte, menschenfreundliche Seite Gottes. Und die ist unser rettender Anker und unser sicherer Hafen. Denn derselbe Gott, der uns so unzugänglich und entzogen ist, will sich uns doch mitteilen und tritt darum an einer Stelle aus seiner Verborgenheit heraus. Um seinen schwachen Geschöpfen heilvoll begegnen zu können, offenbart er sich in Jesus Christus, hüllt dabei seine Gottheit in die mildere Gestalt eines Menschen, dämpft sozusagen die Helligkeit seines Lichtes, um unsere Augen zu schonen, und spricht sein Wort in menschlicher Sprache, um unseren Ohren verständlich zu werden. Gott, der so völlig anders ist, will für uns erträglich, begreiflich und fasslich werden! Darum gibt er – auf der offenbaren Seite – seiner Unendlichkeit endliche Formen. Der Herr des Himmels kleidet sich in irdische Gewänder, er passt sich menschlichem Fassungsvermögen an und schafft so die Voraus-setzungen, um uns helfen zu können. Der Vollkommene, der niemanden nötig hat, sucht unsere Nähe, weil wir seine Nähe so nötig haben. Er vermenschlicht, verleiblicht und begrenzt sich, damit wir mit ihm umgehen können. Er bindet sich an die Person Jesu Christi und verpflichtet sich auf Jesu Evangelium, damit wir etwas in der Hand haben, bei dem wir ihn behaften können. Gott weiß sehr gut, dass wir vor seiner unverhüllten Gottheit vergehen müssten! Doch die Mensch-heit Jesu Christi ist sein Kleid. Jesu Taten und Zusagen sind die verständlichen Zeichen und Worte, durch die Gott uns fasslich wird. Und so, wie er sich in Christus manifestiert, erschließt und mitteilt – eingehüllt in diese vertraute Gestalt – kann Gott dann auch gepredigt und vom Glauben erfasst werden. Denn das ist die „offenbare“ Seite Gottes. An die kann der Mensch „andocken“. Hier ist eine Beziehung möglich! Und an welche Seite sich der Glaube hält, ist darum keine Frage. Wir sollen gar nicht erst versuchen, an den „verborgenen Gott“ heranzu-kommen und vorwitzig in Geheimnisse einzudringen, die er nicht mit uns teilen will. Sondern Luther mahnt, dass der Glaube sich ausschließlich an den mensch-gewordenen und offenbaren Gott halten soll, an den er sich gefahrlos an-schließen kann. Gottes Verborgenheit hört deswegen nicht auf und verschwindet nicht! Sie bleibt der dunkle Horizont, vor dem sich die Offenbarung umso heller abhebt. Und wer Gott kennt, wird immer beides erfahren und beides bezeugen! Doch wo Gott nach seiner verborgenen Seite keine Vertraulichkeiten duldet, hält der Glaube ehrfürchtig Abstand. Und an der offenbaren Seite, wo der Gläubige wie ein Kind zum Vater kommen darf, da nähert er sich umso lieber…

Heißt das nun, dass Luther von zwei verschiedenen Göttern spräche, oder dass neben Vater, Sohn und Heiligem Geist der „verborgene Gott“ wie eine vierte Per-son zu stehen käme? Nein, natürlich nicht. Es gibt nur den einen, den dreieinigen Gott. Und der ist in seiner Verborgenheit durchaus derselbe, wie in seiner Offen-barung. Doch in der Verborgenheit lernen wir seine erschreckende, unumgrenzte Freiheit kennen, die wir mit Ehrfurcht respektieren. Und in der Offenbarung lernen wir die Bindungen kennen, die Gott unseretwegen eingegangen ist, und für die wir ihn loben und lieben, weil er uns dort so weit entgegenkommt. Der „verborge-ne Gott“, das ist Gott in all den Bereichen, in denen er uns nichts versprochen hat. Der „offenbare Gott“, das ist derselbe Gott in den Bereichen, in denen ihn seine Zusagen binden. Und wer beschreiben will „wie Gott ist“, muss immer beides sagen, muss nämlich klarstellen, was man von Gott erwarten darf, und was nicht. Gott hat uns z.B. nicht versprochen, dass wir glücklich oder lange leben werden. Er hat nicht versprochen, uns mit Krankheit oder Leid zu ver-schonen, unsere Familien zu schützen oder unseren Besitz zu bewahren. In Bezug auf unser irdisches Wohlbefinden ist er keine Verpflichtungen einge-gangen und tut in seiner Freiheit viele merkwürdige Dinge, die wir nicht ver-stehen. Würden wir ihn nur von dieser verborgenen Seite kennen, kämen wir nie in ein gesundes Verhältnis! Doch liegt die Weisheit des Glaubens gerade darin, dass der Christ zu Christus flieht – als zu der einen Person, in der dieser unzu-gängliche Gott für uns zugänglich wird. Der nicht zu bändigende, unbegreifliche Gott ist in Christus Bindungen eingegangen, hat einen Bund geschlossen und Zusagen gegeben, bei denen man ihn behaften kann. Da ist er umgänglich und will, dass wir uns das zunutze machen! Gott hat versprochen niemanden abzu-weisen, der im Namen Jesu zu ihm kommt. Und wenn einer um die Gabe des Heiligen Geistes bittet, hat er versprochen, sie nicht zu verweigern. Wer sich darum an Christus hängt und sich auf Christus beruft, dessen Seele wird nie und nimmer verloren gehen.

Dass aber derselbe Gott sich einerseits so große Freiheiten offen hält und sich andererseits so streng an das Evangelium bindet – sollte das ein großer und rätselhafter Widerspruch sein? Ich kann das nicht finden. Denn bei Menschen ist es doch genauso! Habe ich am Samstag um 19.00 Uhr Gäste eingeladen, dürfen sie durch die Vordertür in mein Haus spazieren und werden so freundlich be-wirtet, wie es die Einladung erwarten lässt. Wenn aber einer ungebeten Mittwoch-nacht durchs Fenster in mein Haus eindringt, dann halte ich ihn nicht für einen Gast, sondern für einen Dieb und haue ihm etwas über den Schädel. Ist das ein Widerspruch? Oder werde ich mir damit untreu? Nein! Natürlich lernen mich meine Gäste völlig anders kennen als der Dieb! Aber schizophren bin ich des-wegen nicht. Denn die Einladung in mein Haus war konkret und nicht pauschal. Sie galt für Samstag – und für keinen anderen Tag. Und dasselbe gilt für Gott und für die Liebe, die er uns erweisen will. Auch diese Liebe ist konkret. Denn Gott ist nicht jederzeit und zu jedem liebevoll „aus Prinzip“. Sondern er hat sich nur gebunden, denen liebevoll entgegenzugehen, die im Namen Jesu Christi auf dem vorgezeichneten Wege über Bibel, Bekenntnis, Taufe und Abendmahl zu ihm kommen. Gott steht zu dem konkreten Wort, das er gegeben hat, und rückt in Ewigkeit keinen Zentimeter davon ab! Er freut sich auch über jeden, der seiner Einladung folgt! Doch mehr oder anderes als in der Einladung stand sollten wir nicht erwarten. Denn Gottes Liebe ist kein Blankoscheck und kein Wunsch-konzert. Gott kommt uns so entgegen, wie das Neue Testament es beschreibt – oder gar nicht. Er schließt mit uns den Bund im Glauben – oder keinen. Er ist in Christus für uns da – oder er ist gar nicht für uns da. Denn einen Gott, der jedem jederzeit gnädig wäre, finden wir weder in der Welt noch in der Bibel. Der Gott des Neuen Testamentes verspricht den Gläubigen eine sichere Ankunft im Reich Gottes. Aber er verspricht ihnen keine sanfte Reise. Und den Nicht-Gläubigen verspricht er weder das eine noch das andere, sondern Gericht und Verdammnis. Darum lässt sich die Frage „wie Gott ist?“ auch nicht abstrakt beantworten, sondern nur in Bezug auf den konkreten Menschen, der sich Gott mit einer bestimmten inneren Haltung nähert. Tritt er zu Gott in Beziehung zu Gottes Bedingungen, ist alles gut und er lernt ihn als barmherzigen Vater kennen. Will er aber zu Gott in Beziehung treten nicht zu Gottes, sondern zu seinen eigenen Bedingungen, wird er sich wünschen, er hätte es bleiben lassen. Fragt also je-mand, wie Gott ist, so antwortet man am besten mit Psalm 18: Gegen die Heili-gen ist Gott heilig und gegen die Treuen ist er treu, gegen die Reinen ist er rein und gegen die Verkehrten ist er verkehrt (Ps. 18,26-27). Wer sich versöhnen lässt, der ist versöhnt. Und wer die Gnade annimmt, der hat sie. Aber die Gnade wird niemandem zu eigen ohne ein bewusstes Empfangen. Nehmen wir das Geschenk an, so gehört es uns. Verachten wir’s aber, so gehört uns gar nichts. Wer es nicht gelten lässt, dem gilt es auch nicht. Und wer’s nicht ergreift, der hat es nicht. Darum gebe Gott, dass wir dies alles nicht nur theoretisch verstehen, sondern auch ganz praktisch die richtigen Folgerungen ziehen!