Artikel XXII. Von beiderlei Gestalt im Abendmahl.

 

Es hat keinen Zweifel, daß es göttlich ist und recht und dem Befehl Christi und den Worten Pauli gemäß, beiderlei Gestalt im Abendmahl zu brauchen. Denn Christus hat beiderlei Gestalt eingesetzt, nicht allein für einen Teil der Kirche, sondern für die ganze Kirche. Denn nicht allein die Priester, sondern die ganze Kirche braucht des Sakraments aus Befehl Christi, nicht aus Menschenbefehl; Und das müssen die Widersacher bekennen. So nun Christus für die ganze Kirche das ganze Sakrament hat eingesetzt, warum nehmen sie denn der Kirche die eine Gestalt? Warum ändern sie die Ordnung Christi, sonderlich so er es sein Testament nennt? Denn so man eines Menschen Testament nicht soll brechen, viel weniger soll man das Testament Christi brechen. Und Paulus sagt: „Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe.“ Nun hat er ihnen je beiderlei Gestalt gegeben, wie der Text klar anzeigt, 1 Kor. 11: „Das tut“, sagt er, „zu meinem Gedächtnis.“ Da redet er vom Leibe. Danach wiederholt er dieselben Worte vom Blut Christi und sagt bald hernach: „Es prüfe sich aber der Mensch selbst und esse also von dem Brote und trinke also vom Kelche“ usw. Da nennt er sie beide. Das sind die klaren Worte des Apostels Pauli, und er macht eine Vorrede kurz zuvor, daß diejenigen, so das Sakrament brauchen wollen, sollen es in einem Abendmahl zugleich brauchen. Darum ist's gewiß, daß es nicht allein für die Priester, sondern für die ganze Kirche ist eingesetzt. Und solcher Ge-brauch wird auch heutigentags gehalten in der griechischen Kirche; so ist er auch in den lateinischen oder römischen Kirchen gewesen, wie Cyprianus und Hieronymus zeugen. Denn also sagt Hieronymus über den Propheten Zephanja: „Die Priester, so das Sakrament reichen und das Blut Christi dem Volk austeilen“ usw. Dasselbe zeugt auch Synodus Toletana. Und es wäre sehr leicht, viele Sprüche und Zeugnisse hier einzuführen; wir wollen's aber um der Kürze willen unterlassen. Denn ein jeglicher christliche Leser wird selbst bedenken können, ob sich's gebühre, die Ordnung und Einsetzung Christi zu verbieten und zu ändern. Die Widersacher gedenken gar nicht in ihrer Konfutation, wie derjenigen Gewissen zu trösten oder zu entschuldigen seien, denen unter dem Papsttum eine Gestalt entzogen ist. Dieses hätte gelehrten und gottesfürchtigen Doctoribus wohl angestanden, daß sie beständige Ursache hätten angezeigt, solche Gewissen zu trösten. Nun dringen sie darauf, daß es christlich und recht sei, beiderlei Gestalt zu verbieten, und wollen nicht gestatten, beiderlei Gestalt zu gebrauchen. Für das erste erdichten sie aus ihrem Kopfe, daß im Anfang der Kirche ein Gebrauch gewesen sei, daß man den Laien allein einerlei Gestalt gereicht habe, und können doch des Gebrauchs kein gewiß Exempel anzeigen. Sie ziehen etliche Sprüche aus dem Evangelisten Lukas an von dem Brechen des Brots, da geschrieben steht, daß die Jünger den Herrn erkannt haben im Brotbrechen. Sie ziehen auch mehr Sprüche von dem Brotbrechen an. Wiewohl wir nun nicht hart dawider sind, ob etliche vom Sakrament wollten verstanden werden, so folgt doch daraus nicht, daß nur die eine Gestalt anfänglich gereicht sei. Denn es ist gemein, daß man ein Stück nennt und das Ganze meint. Sie ziehen auch an die laica communio, zu gebrauchen, welches nicht wahr ist. Denn so die Canones auflegen den Priestern, der laica communio zu gebrauchen, meinen sie, daß sie zu einer Strafe nicht selbst konsekrieren sollen, sondern von einem andern gleichwohl beiderlei Gestalt empfangen. Und die Widersacher wissen das selber wohl, aber sie machen also einen Schein den Ungelehrten und Unerfahrenen. Denn wenn dieselben hören das Wort communio laica, denken sie von Stund an, es sei eine communio gewesen wie zu unserer Zeit, daß man die Laien mit einerlei Gestalt gespeist habe. Aber laßt sehen weiter. Wie unver-schämt Ding schreiben doch die Widersacher wider Christi Einsetzung und Ordnung! Gabriel unter andern Ursachen, warum den Laien nicht beide Gestalt gereicht werde, setzt auch diese: es habe müssen ein Unterschied sein, sagt er, unter Priestern und Laien. Und ich halte wohl, es sei die größte und vornehmste Ursache, warum sie heutigentags so festhalten, damit der Pfaffenstand heiliger scheine gegen den Laienstand. Das ist nun ein Menschengedanke; worauf der gehe, ist wohl abzunehmen. Und in der Konfutation ziehen sie an die Kinder Elis, 1 Sam. 2, da der Text sagt: „Wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und ihn anbeten um ein Stück Brots und wird sagen: Lieber, laß mich zu einem Priesterteil, daß ich einen Bissen Brots esse“ usw. Da, sagen sie, ist die einerlei Gestalt bedeutet, und sagen nun, also sollen auch unsere Laien mit einem Priesterteil, das ist, mit einerlei Gestalt, zufrieden sein. Die Meister der Konfuta-tion sind recht unverschämte, grobe Esel, sie spielen und gaukeln mit der Schrift, wie sie wollen, so die Historien von den Kindern Elis auf das Sakrament deuten. Denn an dem Ort wird beschrieben die ernstliche Strafe über Eli und seine Kinder. Wollen sie denn auch sagen, daß den Laien eine Gestalt werde darum gewehrt zu einer Strafe? Sie sind gar töricht und toll. Das Sakrament ist von Christo eingesetzt, erschrockene Gewissen zu trösten, ihren Glauben zu stärken, wenn sie glauben, daß Christi Fleisch für der Welt Leben gegeben ist, und daß wir durch die Speise mit Christo vereinigt werden, Gnade und Leben haben. Aber die Widersacher schließen also, daß diejenigen, so solch Sakrament in einer Gestalt empfangen, damit also gestraft werden, und sprechen, es sollen und müssen die Laien sich genügen lassen; das heißt je stolz genug dahergetrotzt. Wie, ihr Herren, dürfen wir auch Ursache fragen, warum sie sich sollen genügen lassen? Oder soll es eitel Wahrheit heißen, was ihr wollt und was ihr sagt? Seht aber Wunder zu, wie unverschämt und frech die Widersacher sind: sie dürfen ihr Wort als eitel Herrengebote setzen, sagen frei, die Laien müssen sich genügen lassen. Wie aber, wenn sie nicht müssen? Sind das nun die Gründe und Ursachen, dadurch diejenigen entschuldigt sollen sein vor Gottes Urteil, die bisanher die Leute von beiderlei Gestalt abgedrungen und unschuldig die Leute darum erwürgt haben? Sollen sie sich damit trösten, daß von den Kindern Elis geschrieben: „Sie werden betteln“? Das wird eine faule Entschuldigung sein vor Gottes Gericht. Doch ziehen sie noch mehr Ursachen an, warum beiderlei Gestalt nicht solle gereicht werden, nämlich um Fährlichkeit willen, damit nicht etwa ein Tröpflein aus dem Kelche verschüttet werde. Dergleichen Träume bringen sie mehr vor, um welcher willen Christus Ordnung billig nicht soll ge-ändert werden. Ich will aber gleich setzen, daß frei wäre, einer oder beiderlei Gestalt gebrauchen. Wie wollten sie denn beweisen, daß sie Macht hätten, beiderlei Gestalt zu verbieten? Wiewohl auch den Menschen oder der Kirche nicht gebührt, die Freiheit selbst zu machen, oder daß sie auch Christi Ordnung wollten res indifferentes, das ist frei auch beiden Seiten, machen. Die armen Gewissen, welchen die eine Gestalt mit Gewalt entzogen ist, und solch Unrecht haben leiden müssen, die wollen wir hier nicht richten. Aber diejenigen, so beiderlei Gestalt verboten haben, und doch nicht allein verbreiten, sondern auch also öffentlich lehren, predigen, die Leute darum fangen, erwürgen usw., die laden auf sich Gottes schrecklich Gericht und Zorn, und die wissen wir gar nicht zu entschuldigen; sie mögen sehen, wie sie Gott wollen Rechenschaft geben ihres Vornehmens. Und es ist auch nicht so bald der Kirche Beschluß, was die Bischöfe und Pfaffen beschließen, sonderlich so die Schrift und der Prophet Ezechiel sagt: „Es werden Priester und Bischöfe kommen, die kein Gottesgebot noch Gesetz wissen.“

 

Artikel XXIII. Von der Priesterehe.

 

Wiewohl die große, ungehörte Unzucht mit Hurerei und Ehebruch unter Pfaffen und Mönchen usw. auf hohen Stiften, andern Kirchen und Klöstern in aller Welt also rüchtig ist, daß man davon singt und sagt, noch sind die Widersacher, so die Konfutation gestellt, so ganz verblendet und unverschämt, daß sie des Papstes Gesetz, dadurch die Ehe verboten, verteidigen, und dazu mit falschem Schein, als sei es Geistlichkeit. Darüber, wiewohl sie billig sich des überaus schänd-lichen, unzüchtigen, freien, losen Bubenlebens auf ihren Stiften und in Klöstern in ihr Herz schämen sollten und allein des Stücks halben nicht kühnlich die Sonne ansehen, wiewohl auch ihr bös, unruhig Herz und Gewissen ihnen billig so bange macht, sich zu entsetzen und zu scheuen, vor so löblichem, ehrliebendem Kaiser ihre Augen aufzuheben, so sind sie doch henkerskühn, tun wie der Teufel selbst und alle verwegene, verruchten Leute, gehen in ihrem blinden Trotz dahin, aller Ehre und Scham vergessend. Und die reinen, keuschen Leute dürfen kaiserliche Majestät, die Kurfürsten und Fürsten vermahnen, daß sie der Priester Ehe nicht leiden sollen ad infamiam et ignominiam imperii, das ist zu deutsch, dem römi-schen Reich zu Schmach und Unehren. Denn dies sind ihre Worte, gleich als sei ihr schändlich Leben der Kirche sehr ehrlich und rühmlich. Wie könnten doch die Widersacher ungeschickter, unverschämter und öffentlicher ihre eigenen Schande und Schaden wirken und reden? Dergleichen unverschämt Vorbringen vor einem römischen Kaiser wird man in keiner Historie finden. Wenn sie nicht alle Welt kennte, wenn nicht viel fromme, redliche Leute, ihre eigenen Con-canoniken, unter ihnen selbst über so schändlich, unzüchtig, unehrlich Wesen vor langer Zeit geklagt hätten, wenn ihr ehrlose, schändlich, ungöttlich, unzüchtig, heidnisch, epikurisch Leben und die Grundsuppe aller Unzucht zu Rom nicht so gar am Tage wäre, das sich weder decken noch färben noch schmücken will lassen, so möchte man denken, ihre große Reinigkeit und ihre unverrückte jungfräuliche Keuschheit wäre eine Ursache, daß sie ein Weib oder die Ehe auch nicht mögen hören nennen, daß sie die heilige Ehe, welche der Papst selbst ein Sakrament der heiligen Ehe heißt, infamiam imperii taufen. Wohlan, ihre Argumente und Gründe wollen wir hernach erzählen. Dieses wolle aber ein jeder christlicher Leser, alle ehrbaren, ehrliebenden, frommen Leute zu Herzen nehmen und wohl bedenken, wie ganz ohne Ehre und Scheu und alle Scham die Leute sein müssen, so die heilige Ehe, welche die Heilige Schrift aufs höchste preist und lobt, einen Schandflecken, eine Infamie des römischen Reichs dürfen nennen; gleich als sei es so eine große Ehre der Kirche und des Reichs ihre lästerliche, greuliche Unzucht, wie man das römische und der Pfaffen Wesen kennt. Und, allergnädigster Herr Kaiser, bei Eurer Kaiserliche Majestät, welche in alten Schriften wird ein züchtiger Fürst und König genannt (denn freilich dieser Spruch von Eurer Kaiserlichen Majestät gesagt ist: Pudicus facie regnabit ubique), ja bei Eurer Majestät und den löblichen Reichsständen dürfen solche Leute suchen und unverschämt fordern, daß Eure Majestät (was Gott verhüte!) solche greuliche Unzucht sollen handhaben, ihre kaiserliche Macht, welche der Allmächtige bisanher Eurer kaiserlichen Majestät sieghaftig und seliglich zu gebrauchen gnädiglich verliehen hat, darauf wenden solle, schändliche Unzucht und ungehörte Laster, welche auch bei den Heiden für greulich gehalten, zu schützen und zu verteidigen. Und wie sie in ihren blutdürstigen, verblendeten Herzen gesinnt seien, daß sie gern wollten ungeachtet aller göttlichen und natürlichen Rechte, ungeachtet der Konzilien und ihrer eigenen Canones solche Priesterehe mit Gewalt auf einmal zerreißen, viel arme, unschuldige Leute aus keiner ander Ursache denn allein um des Ehestandes willen tyrannisch mit Galgen und Schwert dahinrichten, die Priester selbst, welcher doch in größeren Fällen auch die Heiden verschont haben, als die großen Übeltäter um der Ehe willen erwürgen, so viel fromme, unschuldige Weiber und Kinder ins Elend vertreiben, zu armen verlassenen Witwen und Waisen machen und ihren teuflischen Haß an unschuldigem Blute rächen: dazu dürfen sie Eure Kaiserliche Majestät vermahnen. Dieweil aber Gott der Allmächtige Eure Majestät mit sonderlicher angeborner Güte und Zucht begnadet, daß Eure Majestät aus hohem, adeligem, christlichem Gemüt so große Unzucht zu handhaben oder so ungehörte Tyrannei vorzunehmen, selbst Scheu haben und diese Handlung ohne Zweifel viel fürstlicher und christlicher bedenken denn die losen Leute, so hoffen wir, Eure Majestät werden hierin ganz kaiserlich und gnädiglich sich erzeigen und bedenken, daß wir dieses guten Grund und Ursache haben aus der Heiligen Schrift, dagegen die Widersacher eitel Lügen und Irrtümer vorbringen. Auch so ist es ihnen gewiß nicht Ernst, solchen Zölibat und ehelosen Stand zu verfechten; denn sie wissen wohl, wie reine Jungfern sie sind, wie wenige unter ihnen die Keuschheit halten. Allein sie bleiben bei ihrem Trostwort, das sie in ihrer Schrift finden: Si non caste, tamen caute, Und wissen, daß keusch sich rühmen oder nennen und doch nicht sein, in der Welt einen Schein der Keuschheit hat, daß auch ihr Papstreich und Pfaffenreich und Pfaffenwesen dadurch vor der Welt desto heiliger scheint. Denn Petrus der Apostel hat recht gewarnt, daß solche falsche Propheten werden die Leute betrügen mit erdichteten Worten. Die Widersacher nehmen sich der Sache der Religion, welches die Hauptsache ist, gar nicht mit Ernst an. Was sie schreiben, reden, handeln, sind eitel Worte ad hominem; da ist kein Ernst, keine Treue, kein recht Herz zu gemeinem Nutz, den armen Gewissen oder Kirchen zu helfen. Im Grund ist's ihnen um die Herrschaft zu tun, derselben haben sie Sorge und unterstützen sie fein mit eitel gottlosen, heuchlerischen Lügen; so wird sie auch stehen wie Butter an der Sonne. Wie können das Gesetz vom ehelosen Stand darum nicht annehmen, denn es ist wider göttlich und natürlich Recht, wider alle Heilige Schrift, wider die Konzilien und Canones selbst. Darüber ist's lauter Heuchelei und dem Gewissen fährlich und ganz schädlich; so erfolgen auch daraus unzählige Ärgernisse, häßliche, schreckliche Sünden und Schanden, und wie man sieht in den rechten Pfaffen-städten und Residenzen, wie sie es nennen, Zerrüttung aller weltliche Ehre und Zucht. Die andern Artikel unserer Konfession, wiewohl sie gewiß gegründet, sind dennoch so klar nicht, daß sie nicht mit einem Schein möchten angefochten werden. Aber dieser Artikel ist so klar, daß er auf beiden Seiten gar nahe keiner Rede bedarf; allein wer ehrbar und gottesfürchtig ist, der kann hier bald Richter sein. Und wiewohl wir die öffentliche Wahrheit hier nun für uns haben, dennoch suchen die Widersacher Fündlein, unsere Gründe etwas anzufechten. Erstlich ist geschrieben Gen. 1, daß Mann und Weib also geschaffen von Gott sind, daß sie sollen fruchtbar sein, Kinder zeugen usw., das Weibe geneigt sein zum Mann, der Mann wieder zum Weibe. Und wir reden hier nicht von der unordentlichen Brunst, die nach Adams Fall gefolgt ist, sondern von natürlicher Neigung zwischen Mann und Weib, welche auch gewesen wäre in der Natur, wenn sie rein geblieben wäre. Und das ist Gottes Geschöpf und Ordnung, daß der Mann zum Weibe geneigt sei, das Weib zum Mann. So nun die göttliche Ordnung und die angeschaffene Art niemand ändern mag noch soll denn Gott selbst, so folgt, daß der Ehestand durch kein menschlich Statut oder Gelübde mag abgetan werden. Wider diesen starken Grund spielen die Widersacher mit Worten; sagen: im Anfang der Schöpfung habe das Wort noch stattgehabt: „Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde“; nun aber, so die Erde erfüllt ist, sei die Ehe nicht geboten. Seht aber, wie weise Leute sind da die Widersacher! Durch dies göttliche Wort: „Wachset und mehret euch“, welches noch immer geht und nicht aufhört, ist Mann und Weibe also geschaffen, daß sie sollen fruchtbar sein, nicht allein die Zeit des Anfangs, sondern solange diese Natur währt. Denn gleichwie durch das Wort Gen. am 1., da Gott sprach: „Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut“ usw. die Erde also geschaffen ist, daß sie nicht allein im Anfang Frucht brachte, sondern daß sie alle Jahre Gras, Kräuter und ander Gewächs brächte, solange diese Natur währt: also ist auch Mann und Weib geschaffen, fruchtbar zu sein, solange diese Natur währt. Wie nun das Menschengebot und Gesetz nicht ändern kann, daß die Erde nicht sollte grün werden usw., also kann auch kein Klostergelübde, kein Menschengebot die menschlich Natur ändern, daß ein Weib nicht sollte eines Mannes begehren, ein Mann eines Weibes, ohne ein sonderlich Gotteswerk. Zum andern, dieweil das göttliche Geschöpf und Gottes Ordnung natürlich Recht und Gesetz ist, so haben die Juriskonsulti recht gesagt, daß des Mannes und Weibes Beieinandersein und Zusammengehören ist natürlich Recht. So aber das natürliche Recht niemand verändern kann, so muß je einem jeden die Ehe frei sein. Denn wo Gott die Natur nicht verändert, da muß auch die Art bleiben, die Gott der Natur eingepflanzt hat, und sie kann mit Menschengesetz nicht verändert werden. Derhalben ist es ganz kindisch, daß die Widersacher sagen, im Anfang, da der Mensch geschaffen, sei die Ehe geboten, nun aber nicht. Denn es ist gleich, als wenn sie sprächen: Früher zu Adams und der Patriarchen Zeiten, wenn ein Mann geboren ward, hatte er Mannesart an sich, wenn ein Weib geboren ward, hatte sie Weibesart an sich, jetzund aber ist's anders; vorzeiten brachte ein Kind aus Mutterleib natürliche Art mit sich, nun aber nicht. So bleiben wir nun billig bei dem Spruch, wie die Juriskonsulti weislich und recht gesagt haben, daß Mann und Weibe beieinander sind, ist natürlich Recht. Ist's nun natürlich Recht, so ist es Gottes Ordnung, also in die Natur gepflanzt, und ist also auch göttlich Recht. Dieweil aber das göttliche und natürliche Recht niemand zu ändern hat denn Gott allein, so muß der Ehestand jedermann frei sein. Denn die natürliche angeborne Neigung des Weibes gegen den Mann, des Mannes gegen das Weib ist Gottes Geschöpf und Ordnung. Darum ist's recht, und hat's kein Engel noch Mensch zu ändern. Gott der Herr hat nicht allein Adam geschaffen, sondern auch Eva, nicht allein einen Mann, sondern auch ein Weib, und sie gesegnet, daß sie fruchtbar seien. Und wir reden, wie ich gesagt habe, nicht von der unordentlichen Brunst, die da sündlich ist, sondern von der natür-lichen Neigung, die zwischen Mann und Weib auch gewesen wäre, so die Natur rein geblieben wäre. Die böse Lust nach dem Fall hat solche Neigung noch stärker gemacht, daß wir nun des Ehestandes viel mehr bedürfen, nicht allein Kinder zu zeugen, sondern auch Sünde zu verhüten. Dies ist so ein klarer Grund, daß ihn niemand wird umstoßen, sondern der Teufel und alle Welt wird ihn müssen bleiben lassen. Für das dritte sagt Paulus: „Zu vermeiden die Hurerei, habe ein jeglicher sein eigen Eheweib.“ Das ist ein gemeiner Befehl und Gebot und geht alle diejenigen an, die nicht vermögen, ohne Ehe zu bleiben. Die Widersacher fordern, wir sollen Gottes Gebot zeigen, da er gebiete, daß die Priester sollen Weiber nehmen, gleich als seien die Priester nicht Menschen. Was die Schrift insgemein vom ganzen menschlichen Geschlecht redet, das geht wahrlich die Priester mit an. Paulus gebiete da, daß diejenigen sollen Weiber nehmen, so nicht haben die Gabe der Jungfrauschaft; denn er legt sich bald hernach selbst aus, da er sagt: „Es ist besser ehelich werden, denn brennen.“ Und Christus sagt klar: „Sie fassen nicht alle das Wort, sondern denen es gegeben ist.“ Dieweil nun nach Adams Fall in uns allen die beiden beieinander sind, die natürliche Neigung und angeborne böse Lust, welche die natürliche Neigung noch stärker macht, also daß des Ehestandes mehr vonnöten ist, denn da die Natur unverderbt war: darum redet Paulus also von der Ehe, daß damit unserer Schwachheit geholfen werde, und solch Brennen zu vermeiden, gebietet er, das diejenigen, so es bedürfen, sollen ehelich werden. Und dies Wort: „Es ist besser, ehelich zu werden, denn brennen“, kann durch kein Menschengesetz, durch kein Klostergelübde weggetan werden. Denn kein Gesetz kann die Natur anders machen, denn sie geschaffen oder geartet ist. Darum haben wir Freiheit und Macht, ehelich zu werden, alle, so das Brennen fühlen; Und alle, die nicht recht rein und keusch vermögen zu bleiben, die sind schuldig, diesem Gebot und Wort Pauli zu folgen: „Es soll ein jeglicher sein eigen Weib haben, zu vermeiden Hurerei.“ Darin hat ein jeder für sich sein Gewissen zu prüfen. Denn daß die Widersacher sagen, man solle Gott um Keuschheit bitten und anrufen, man solle den Leib mit Fasten und Arbeit kasteien, sollten sie billig solch Kasteien anfangen. Aber wie ich hier oben gesagt, die Widersacher meinen diese Sache nicht mit Ernst; sie spielen und scherzen ihres Gefallens. Wenn Jungfrauschaft einem jeden möglich wäre, so bedürfte es keiner besonderen Gottesgabe. Nun sagt der Herr Christus Mat. 19, es sei eine besondere hohe Gottesgabe, und: „nicht jedermann fasse das Wort.“ Die andern nun, will Gott, daß sie sollen gebrauchen des Ehestandes den Gott eingesetzt. Denn Gott will nicht, daß man sein Geschöpf und Ordination verachten soll; so will er dennoch, daß dieselben auch sollen keusch sein, nämlich, daß sie des Ehestandes gebrauchen, welchen er eheliche Reinigkeit und Keuschheit zu erhalten hat eingesetzt; wie er auch will, daß wir sollen der Speise und des Tranks gebrauchen die er uns zur Leibes-erhaltung geschaffen hat. Und Gerson, der zeigt an, daß viel fromme, große Leute gewesen sind, die durch Leibeskasteien haben wollen Keuschheit halten und haben dennoch nichts geschafft. Darum sagt auch St. Ambrosius recht: „Allein die Jungfrauschaft ist ein solch Ding, die man raten mag und nicht gebieten.“ Ob jemand hier nun sagen wollte, der Herr Christus lobt diejenigen, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen, der soll auch bedenken, daß Christus von denjenigen redet, welche die Gabe der Jungfrau-schaft haben; denn darum setzt er dazu: „Wer es fassen kann, der fasse es.“ Denn dem Herrn Christo gefällt solche unreine Keuschheit nicht, wie in Stiften und Klöstern ist. Wir lassen auch rechte Keuschheit eine feine, edle Gottesgabe sein. Wir reden aber hier davon, daß solch Gesetz und Verbot der Ehe unrecht ist, und von denen, die Gottes Gabe nicht haben. Darum soll es frei sein, und sollen nicht solche Stricke den armen Gewissen angeworfen werden. Zum vierten, so ist auch dasselbe Papstgesetz wider die Canones und alten Konzilien. Denn die alten Canones verbieten nicht die Ehe, sie zerreißen auch nicht den Ehestand; wiewohl sie diejenigen, so sich zum Ehestand begeben, ihres geistlichen Amtes entsetzen. Das war die Zeit nach Gelegenheit mehr eine Gnade denn eine Strafe. Aber die neuen Canones, die nicht in den Conciliis, sondern durch die Päpste gemacht sind, die verbieten die Ehe und zerreißen die iam contracta matrimonia usw. So ist's nun am Tage, daß solches wider die Schrift, auch wider Christi Gebot ist, da er sagt: „Die Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Die Widersacher schreien sehr, daß der Zölibat oder Keuschheit der Priester geboten sei in den Conciliis. Wir fechten die Concilia des Teils nicht an, denn sie verbieten die Ehe nicht; sondern das neue Gesetz fechten wir an, welches die Päpste wider die Concilia gemacht haben. Also gar verachten die Päpste selbst die Concilia, so sie doch andern bei Gottes Zorn und ewiger Verdammnis dürfen gebieten, die Konzilien zu halten. Darum ist das Gesetz, dadurch die Priesterehe verboten, ein recht Papstgesetz der römischen Tyrannei. Denn der Prophet Daniel hat das antichristliche Reich also abgemalt, daß es solle Ehestand und Eheweiber, ja das weibliche Geschlecht verachten lehren. Zum fünften, wiewohl sie das ungöttliche Gesetz nicht Heiligkeit halben, oder aus Unwissenheit verteidigen (denn sie wissen wohl, daß sie Keuschheit nicht halten), so geben sie doch Ursache zu unzähliger Heuche-lei, dieweil sie einen Schein der Heiligkeit vorwenden. Sie sagen, daß darum die Priester sollen Keuschheit halten, denn sie müssen heilig und rein sein; gleich als sei der Ehestand eine Unreinigkeit, gleich als werde man eher heilig und gerecht vor Gott durch den Zölibat denn durch den Ehestand. Und dazu ziehen sie an die Priester im Gesetz Mosis. Denn sie sagen, wenn die Priester haben im Tempel gedient, haben sie sich ihrer Weiber müssen enthalten: darum, so im Neuen Testament die Priester allezeit beten sollen, sollen sie sich auch allezeit keusch halten. Solch ungeschickt, närrisch Gleichnis ziehen sie an als einen ganz klaren, gewissen Grund, dadurch schon erstritten sei, daß die Priester schuldig seien, ewige Keuschheit zu halten, so sie doch, wenn auch das Gleichnis hier taugte oder sich reimte, nichts mehr damit beweisen, denn daß die Priester sich ihrer Weiber allein eine Zeitlang enthalten sollten, nämlich wenn sie Kirchendienst vorhätten. Auch so ist ein ander Ding beten, ein ander Ding, in der Kirche priesterlich Amt tun. Denn viel Heilige haben wohl gebetet, wenn sie gleich nicht im Tempel gedient, und hat sie eheliche Beiwohnung daran nichts gehindert. Wir wollen aber ordentlich nacheinander auf solche Träume antworten. Für das erste müssen je die Widersacher bekennen und können's nicht leugnen, daß der Ehestand an Christgläubigen ein reiner, heiliger Stand sei; denn er ist je geheiligt durch das Wort Gottes. Denn von Gott ist er eingesetzt, durch Gottes Wort ist er bestätigt, wie da die Schrift reichlich zeugt. Den Christus sagt: „Was Gott hat zusammengefügt, das soll kein Mensch scheiden.“ Da sagt Christus, Eheleute und Ehestand füge Gott zusammen; so ist es ein rein, heilig, edel, löblich Gotteswerk. Und Paulus sagt von der Ehe, von Speisen und dergleichen, daß sie: „geheiligt werden durch das Wort Gottes und durch das Gebet“. Erstlich durchs göttliche Wort, dadurch das Herz gewiß wird, daß Gott dem Herrn der Ehestand gefällt. Zum andern durch das Gebet, das ist, durch Danksagung, welche im Glauben geschieht, da wir des Ehestands, Speise, Tranks mit Dank-sagung gebrauchen. 1 Kor. 7: „Der ungläubige Mann wird geheiligt durch das gläubige Weib“, das ist, der Ehestand ist rein, gut christlich und heilig um des Glaubens willen an Christum, des wir brauchen mögen mit Danksagung, wie wir Speise und Trank usw. brauchen. Item 1 Tim 2: „Das Weib aber wird selig durch Kindergebären, so sie bleibt im Glauben“ usw. Wenn die Widersacher von ihrer Pfaffenkeuschheit einen solchen Spruch könnten vorbringen, wie sollten sie triumphieren! Paulus sagt, das Weib werde selig durch Kindergebären. Was hätte doch der heilige Apostel wider die schändliche Heuchelei der unflätigen, erlogenen Keuschheit Trefflicheres reden können, denn daß er sagt, sie werden selig durch die eheliche Werke, durch Gebären, durch Kindersäugen und -ziehen, durch Haushalten usw.? Ja, wie meint das Paulus? Er setzt dazu mit klaren Worten: „So sie bleibt im Glauben“ usw. Denn die Werke und Arbeit im Ehestande für sich selbst ohne den Glauben werden hier allein nicht gelobt. So will er nun vor allen Dingen, daß sie Gottes Wort haben und gläubig seien, durch welchen Glauben (wie er denn allenthalben sagt) sie empfangen Vergebung der Sünden und Gott versöhnt werden. Danach gedenkt er des Werkes ihres weiblichen Amtes und Berufs. Gleichwie in allen Christen aus dem Glauben sollen gute Werke folgen, daß ein jeder nach seinem Beruf etwas tue., damit er seinem Nächsten nütz werde; Und wie dieselben guten Werke Gott gefallen, also gefallen auch Gott solche Werke, die ein gläubig Weib tut ihrem Beruf nach; Und ein solch Weib wird selig, die also ihrem Beruf nach im ehelichen Stand ihr weiblich Amt tut. Diese Sprüche zeigen an, daß der Ehestand ein heilig und christlich Ding sei. So nun Reinigkeit auch das heißt, das vor Gott heilig und angenehm ist, so ist der Ehestand heilig und angenehm, denn er ist bestätigt durch das Wort Gottes. Und wie Paulus sagt: „Den Reinen ist alles rein“, das ist, denen, die da glauben an Christum. Derhalben wie die Jungfrauschaft in den Gottlosen unrein ist, also ist der Ehestand heilig in den Gläubigen um des göttlichen Wortes und Glaubens willen. So aber die Widersacher das Reinigkeit heißen, da keine Unzucht ist, so heißt Reinigkeit des Herzens, da die böse Lust getötet ist. Denn Gottes Gesetz verbietet nicht die Ehe, sondern die Unzucht, Ehebruch, Hurerei. Darum, äußerlich ohne Weib sein, ist nicht die rechte Reinigkeit, sondern es kann einen größere Reinigkeit des Herzens sein in einem Ehemann (als in Abraham und Jakob) denn in vielen, die gleich nach leiblicher Reinigkeit ihre Keuschheit recht halten. Endlich, so sie die Keuschheit derhalben Reinigkeit nennen, daß man dadurch eher sollte vor Gott gerecht werden denn durch den Ehestand, so ist es ein Irrtum. Denn ohne Verdienst, um Christus willen allein, erlangen wir Vergebung der Sünden, wenn wir glauben, daß wir durch Christus Blut und Sterben einen gnädigen Gott haben. Hier aber werden die Widersacher schreien, daß wir wie Jovinianus den Ehestand der Jungfrauschaft gleichachten. Aber um ihres Geschreies willen werden wir die göttliche Wahrheit und die Lehre von Christo, von Gerechtigkeit des Glaubens, die wir oben angezeigt, nicht verleugnen. Doch lassen wir dennoch der Jungfrau-schaft ihren Preis und Lob und sagen auch, daß eine Gabe sei höher denn die andern. Denn gleichwie Weisheit zu regieren eine höhere Gabe ist denn andere Künste, also ist die Jungfrauschaft oder Keuschheit eine höhere Gabe denn der Ehestand. Und doch wiederum, wie der Regent nicht von wegen seiner Gabe und Klugheit vor Gott mehr gerecht ist denn ein anderer von wegen seiner Kunst, also ist der Keusche nicht mehr gerecht vor Gott von wegen seiner Gaben denn die Ehelichen von wegen ihres Standes, sondern ein jeder soll treulich dienen mit seiner Gabe und dabei wissen, daß er um Christus willen, durch den Glauben Vergebung der Sünden habe und gerecht vor Gott geschätzt werde. Der Herr Christus und Paulus auch loben die Jungfrauschaft nicht darum, daß sie vor Gott gerecht mache, sondern daß diejenigen, so ledig, ohne Weib oder ohne Mann, sind, desto freier, unverhindert mit Haushalten, Kinderziehen usw., lesen, beten, schreiben, dienen können. Darum sagt Paulus zu den Korinthern: „Aus der Ursache wird die Jungfrauschaft gelobt, daß man in dem Stand mehr Raum hat, Gottes Wort zu lernen und andere zu lehren.“ So lobt auch Christus nicht schlechthin diejenigen, so sich verschnitten, sondern setzt dazu: „um des Himmelreichs willen“, das ist, daß sie desto leichter lernen und lehren können das Evangelium. Er sagt nicht, daß Jungfrauschaft Vergebung der Sünden verdiene. Auf das Exempel von den levitischen Priestern haben wir geantwortet, daß damit gar nicht bewiesen ist, daß die Priester sollen ohne Ehestand sein. Auch so geht uns Christen das Gesetz Mosis mit den Zeremonien der Reinigkeit oder Unreinigkeit nichts an. Im Gesetz Mosis, wenn ein Mann sein Weib berührte, ward er etliche Zeit unrein; jetzund ist ein Christenehemann nicht unrein. Denn das Neue Testament sagt: „Den Reinen ist alles rein.“ Denn durch das Evangelium sind wir gefreit von allen Zeremonien Mosis, nicht allein von den Gesetzen der Unreinigkeit. Wo aber den Zölibat jemand aus dem Grunde wollte verfechten, daß er die Gewissen wollte verpflichten zu solchen levitischen Reinigkeiten, dem müßten wir ebenso heftig widerstehen, als die Apostel den Juden widerstanden haben, Act. 15, das sie zu dem Gesetz Mosis und zu der Beschneidung die Christen verpflichten wollten. Hier aber werden christliche, gottesfürchtige Eheleute wohl in ehelicher Pflicht Maß zu halten wissen. Denn diejenigen, so in Regimenten oder der Kirchen Ämtern sind und zu schaffen haben, die werden auch im Ehestand wohl keusch müssen sein. Denn mit großen Sachen und Händeln beladen sein, da Landen und Leuten, Regimenten und Kirchen an gelegen ist, ist ein gut remedium, daß der alte Adam nicht geil werde. So wissen auch die Gottesfürchtigen, daß Paulus 1 Thess. 4 sagt: „Ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche.“ Dagegen aber, was kann für eine Keuschheit bei so viel tausend Mönchen und Pfaffen sein, die ohne Sorge in aller Lust leben müßig und voll, haben dazu kein Gotteswort, lernen's nicht und achten's nicht? Da muß alle Unzucht folgen. Solche Leute können weder levitische noch ewige Keuschheit halten. Viele Ketzer, welche das Gesetz Mosis, oder wie es zu gebrauchen sei, nicht verstanden, reden schmählich von dem Ehestand, welche doch um solches heuchlerischen Scheines willen für heilig gehalten sind. Und Epiphanius klagt heftig, daß die Enkratiten mit dem heuchlerischen Schein, sonderlich der Keuschheit, bei den Unerfahrenen ein Ansehen gewonnen haben. Sie tranken keinen Wein, auch nicht im Abendmahl des Herrn, und enthielten sich gar beides, Fische und Fleisch zu essen, waren noch heiliger denn die Mönche, welche Fische essen! Auch enthielten sie sich des Ehestandes; das hatte erst einen großen Schein, und hielten also, daß sie durch diese Werke und erdichtete Heiligkeit Gott versöhnten, wie unsere Widersacher lehren. Wider solche Heuchelei und Engelsheiligkeit streitet Paulus heftig zu den Kolossern. Denn dadurch wird Christus gar unterdrückt, wenn die Leute in solchen Irrtum kommen, daß sie hoffen, rein und heilig zu sein vor Gott durch solche Heuchelei. So kennen auch solche Heuchler Gottes Gabe noch Gebote nicht; denn Gott will haben, daß wir mit Danksagung seiner Gaben gebrauchen sollen. Und ich wüßte wohl Exempel vorzubringen, wie manch fromm Herz und armes Gewissen dadurch betrübt worden und in Gefahr gekommen ist, daß es nicht unterrichtet, daß der Ehestand, die Ehepflicht und was an der Ehe ist, heilig und christlich wäre. Der große Jammer ist erfolgt aus der Mönche ungeschicktem Predigen, welche ohne Maß den Zölibat, die Keuschheit lobten und den ehelichen Stand für ein unrein Leben ausschrien, daß er sehr hinderlich wäre zu der Seligkeit und voll Sünden. Aber unsere Widersacher halten nicht so hart über dem ehelosen Stand um des Scheins willen der Heiligkeit; denn sie wissen, daß zu Rom, auch in allen ihren Stiften, ohne Heuchelei, ohne Schein eitel Unzucht ist. So ist es auch ihr Ernst nicht, keusch zu leben, sondern wissentlich machen sie die Heuchelei vor den Leuten. Derhalben sie ärger und ihre Heuchelei ist häßlicher denn der Ketzer Enkratiten; denen war's doch mehr Ernst, aber diesen Epicureis ist's nicht Ernst, sondern sie spotten Gott und der Welt und wenden allein diesen Schein vor, damit ihr frei Leben zu erhalten. Zum sechsten, so wir so viele Ursachen haben, warum wir des Papsts Gesetz vom Zölibat nicht können annehmen, so sind doch darüber unzählige Fährlichkeiten der Gewissen, unsäglich viel Ärgernisse. Darum ob solch Papstgesetz gleich nicht unrecht wäre, so sollte doch billig alle ehrbaren Leute abschrecken solche Beschwerung der Gewissen, daß so unzählige Seelen dadurch verderben. Es haben lange vor dieser Zeit viel ehrbare Leute auch unter ihnen, ihre eigenen Bischöfe, Canonici usw., geklagt über die große, schwere Last des Zölibats und befunden, daß sie selbst und andere Leute in große Gefahr ihrer Gewissen darüber gekommen; aber der Klage hat sich niemand ange-nommen. Darüber ist es am Tage, wie an vielen Orten, wo Pfaffenstifte sind, gemeine Zucht dadurch zerrüttet wird, was greuliche Unzucht, Sünde und Schande, was große ungehörte Laster dadurch geursacht. Es sind der Poeten Schriften und satyrae vorhanden; darin mag sich Roma spiegeln. Also rächt Gott der Allmächtige die Verachtung seiner Gabe und seiner Gebote in denjenigen, die den Ehestand verbieten. So man nun oft etliche nötige Gesetze aus Ursache geändert hat, wenn es der gemeine Nutz erfordert, warum sollte denn dies Gesetz nicht geändert werden, da so viel treffliche Ursachen sind, so viel unzählige Beschwerung der Gewissen, darum es billig geändert werde? Wir sehen, daß dies die letzten Zeiten sind, und wie ein alter Mensch schwächer ist denn ein junger, so ist auch die ganze Welt und ganze Natur in ihrem letzten Alter und im Abnehmen. Der Sünden und Laster wird nicht weniger, sondern täglich mehr. Derhalben sollte man wider die Unzucht und Laster desto eher der Hilfe brauchen, die Gott gegeben hat, als des Ehestands. Wir sehen in dem ersten Buch Mosis, daß solche Laster der Hurerei auch hatten überhand-genommen vor der Sintflut. Item, zu Sodoma, zu Sybaris, zu Rom und andern Städten ist greuliche Unzucht eingerissen, ehe sie zerstört wurden. In diesen Exempeln ist abgemalt, wie es zu den letzten Zeiten gehen werde, kurz vor der Welt Ende. Derhalben, so es auch die Erfahrung gibt, daß jetzund in diesen letzten Zeiten Unzucht stärker denn je leider eingerissen, sollten treue Bischöfe und Obrigkeit vielmehr Gesetze und Gebote mache, die Ehe zu gebieten, denn zu verbieten, auch mit Worten, Werken und Exempeln die Leute zu dem Ehestande vermahnen; das wäre der Obrigkeiten Amt; denn dieselben sollen Fleiß haben, daß Ehre und Zucht erhalten wird. Nun hat Gott die Welt also geblendet, daß man Ehebruch und Hurerei gar nahe ohne Strafe duldet, dagegen straft man um des Ehestands willen. Ist das nicht schrecklich zu hören? Dabei sollten die Prediger beiderlei unterrichten: diejenigen, so die Gabe der Keusch-heit haben, vermahnen, daß sie dieselbe nicht verachteten, sondern zu Gottes Ehre brauchten, die andern, welchen der eheliche Stand vonnöten ist, dazu auch vermahnen. Der Papst dispensiert sonst täglich in vielen nötigen Gesetzen, daran gemeinem Nutz viel gelegen, da er billig sollte fest sein. Allein in diesem Gesetz vom Zölibat erzeigt er sich also hart als Stein und Eisen, so man doch weiß, daß nichts denn ein Menschengesetz ist. Sie haben viel fromme, redliche, gottesfürchtige Leute, welche niemand kein Leid getan, wüterisch und tyrannisch erwürgt allein um des Ehestands willen, daß sie aus Notdurft ihrer Gewissen sind ehelich geworden. Derhalben zu besorgen, daß des Abels Blut so stark gen Himmel schreit, daß sie es nimmer werden verwinden, sondern wie Kain zittern müssen. Und dieselbe kainische Mörderei des unschuldigen Bluts zeigt an, daß diese Lehre vom Zölibat Teufelslehre sei. Denn der Herr Christus nennt den Teufel einen Mörder, welcher solch tyrannisch Gesetz mit eitel Blut und Morden auch gern wollte verteidigen. Wir wissen sehr wohl, daß etliche sehr schreien, wir machten Schismata. Aber unsere Gewissen sind ganz sicher, nachdem wir mit allem treuen Fleiß Frieden und Einigkeit gesucht haben, und die Widersacher ihnen sich nicht wollen genügen lassen, wir verleugnen denn (das Gott verhüte!) die öffentliche göttliche Wahrheit, wir willigen denn mit ihnen, das häßliche Papstgesetz anzunehmen, fromme, unschuldige Eheleute voneinander zu reißen, die ehelichen Priester zu erwürgen, unschuldige Weiber und Kinder ins Elend zu vertreiben, ohne alle Ursache unschuldig Blut zu vergießen. Denn nachdem es gewiß ist, das solches Gott nicht gefällt, so sollen wir uns lassen lieb sein, daß wir keine Einigkeit noch Gemeinschaft, auch keinen Schuld an so viel unschuldigem Blut mit den Widersachern haben. Wir haben Ursache angezeigt, warum wir es mit gutem Gewissen mit den Widersachern nicht halten können, die den Zölibat verteidigen. Denn es ist wider alle göttlichen und natürlichen Rechte, wider die Canones selbst, dazu ist's eitel Heuchelei und Gefahr. Denn sie halten über derselben erdichteten Keuschheit nicht so hart Heiligkeit halben, oder daß sie es nicht anders verkünden; sie wissen wohl, daß jedermann der hohen Stifte Wesen, welche wir wohl zu nennen wüßten, kennt, sondern allein ihre Tyrannei und Herrschaft zu erhalten. Und es wird kein ehrbarer Mensch wider obenange-zeigte starke, klare Gründe etwas können aufbringen. Das Evangelium läßt alle denjenigen den Ehestand frei, denen er vonnöten ist; so zwingt es die zum Ehestand nicht, so die Gabe der Keuschheit haben, wenn es allein rechte Keuschheit und nicht Heuchelei ist. Die Freiheit, halten wir, sei den Priestern auch zu vergönnen, und wir wollen niemand mit Gewalt zum Zölibat zwingen, wollen auch fromme Eheleute nicht voneinander treiben oder die Ehe zerreißen. Wir haben nun etliche unserer Gründe auf diesmal kurz angezeigt; auch haben wir vermeldet, wie die Widersacher so ungeschickten Behelf und Träume dawider aufbringen. Nun wollen wir anzeigen, mit was starken Gründen sie ihr Papst-gesetz verteidigen. Erstlich sagen sie, solch Gesetz sei von Gott offenbart. Da sieht man, wie ganz unverschämt die heillosen Leute sind. Sie dürfen sagen, daß ihr Eheverbieten von Gott offenbart sei, so es doch öffentlich ist wider die Schrift, wider Paulum da er sagt: „Hurerei zu vermeiden, habe ein jeglicher sein eigen Eheweib.“ Item, so die Schrift und Canones stark verbreiten, daß man die Ehe, so schon vollzogen, in keinem Wege zerreißen soll, was dürfen die Buben sagen und den hohen, allerheiligsten Namen der göttlichen Majestät so frech und unverschämt mißbrauchen? Paulus der Apostel sagt recht, wer der Gott sei, der solch Gesetz erst eingeführt, nämlich der leidige Satan; denn er nennt's: „Teufelslehre“. Und wahrlich, die Frucht lehrt uns den Baum kennen, so wir sehen, daß so viel schreckliche, greuliche Laster dadurch geursacht werden, wie an Rom zu sehen; item, daß auch über diesem Gesetz des Würgens und Blut-vergießens der Teufel kein Ende macht. Der andere Grund der Widersacher, ist, daß die Priester sollen rein sein, wie die Schrift sagt: „Ihr sollt rein sein, die ihr traget die Gefäße des Herrn.“ Das Argument haben wir hier oben widerlegt; denn wir haben genug angezeigt, daß Keuschheit ohne Glauben keine Reinigkeit vor Gott sei, und der Ehestand ist Heiligkeit und Reinigkeit um des Glaubens willen, wie Paulus sagt: „Den Reinen ist alles rein.“ So haben wir klar genug gesagt, daß Mosis Zeremonien von Reinigkeit und Unreinigkeit dahin nicht zu ziehen seien. Denn das Evangelium will haben Reinigkeit des Herzens. Und hat keinen Zweifel, daß Abrahams, Isaaks, Jakobs, der Erzväter Herzen, welche doch viele Weiber gehabt, reiner gewesen seien denn vieler Jungfrauen, die gleich nach Reinigkeit des Leibes rechte, reine Jungfrauen gewesen. Daß aber Jesaias sagt: „Ihr sollt rein sein, die ihr das Gefäß des Herrn tragt“, das ist zu verstehen von ganzer christlicher Heiligkeit und nicht von Jungfrauschaft, und eben dieser Spruch gebietet den unreinen, ehelosen Priestern, daß sie reine, eheliche Priester werden. Denn wie zuvor gesagt ist, die Ehe ist Reinigkeit bei den Christen. Das dritte ist erstlich ein schrecklich Argument, daß der Priester Ehe solle Ketzerei sein. Gnadet unserer armen Seele, liebe Herren; fahrt schöne! Das ist gar ein Neues, daß der heilige Ehestand, den Gott im Paradies geschaffen hat, soll Ketzerei sein worden. Mit der Weise würde die ganze Welt eitel Ketzerkinder sein. Es ist eine große, unverschämte Lüge, daß der Priesterehe solle Joviniani Ketzerei sein, oder daß solche Priesterehe zu den Zeit von der Kirche solle verdammt sein. Denn zu Jovinianus Zeiten hat die Kirche von diesem Papst-gesetz, dadurch den Priestern die Ehe ganz verboten ist, noch nicht gewußt. Und solches wissen unsere Widersacher wohl. Aber sie ziehen oft alte Ketzereien an und reimen unsere Lehre dazu wider ihr eigen Gewissen, allein den Ungelehrten einzubilden, als sei unsere Lehre vor alters von der Kirche verdammt, und also jedermann wider uns zu bewegen. Mit solchen Griffen gehen sie um und darum haben sie uns die Konfutation nicht wollen zustellen. Sie haben besorgt, man möchte ihre öffentlichen Lügen verantworten, welches ihnen eine ewige Schande bei allen Nachkommen sein wird. Was aber Joviniani Lehre belangt, haben wir hier oben gesagt, was wir von Keuschheit und was wir vom Ehestand halten. Denn wir sagen nicht, daß der Ehestand gleich sei der Jungfrauschaft, wiewohl weder Jungfrauschaft noch Ehestand gerecht macht vor Gott. Mit solchen schwachen, losen Gründen schützen und verteidigen sie des Papstes Gesetz vom Zölibat, das so zu großen Lastern und Unzucht hat Ursache gegeben. Die Fürsten und Bischöfe, so diesen Lehrern glauben, werden wohl sehen, ob solche Gründe den Stich halten, wenn es zu der Todesstunde kommt, daß man vor Gott soll Rechenschaft geben, warum sie frommer Leute Ehe zerrissen haben, warum sie diese gestöckt und gepflöckt haben, warum sie so viele Priester erwürgt und unschuldig Blut über alles Klagen, Heulen und Weinen so vieler Witwen und Waisen vergossen haben. Denn das dürfen sie sich nicht in Sinn nehmen: die Zähren und Tränen der armen Witwen, das Blut der Unschuldigen ist im Himmel unvergessen, es wird zu seiner Stunde als stark als des heiligen, unschuldigen Abels Blut über sie in hohen Himmel schreien und vor Gott, dem rechten Richter, rufen. Wenn nun Gott solche Tyrannei richten wird, werden sie erfahren, daß ihre Argumente Stroh und Heu sind und Gott „ein verzehrend Feuer“, vor dem nicht bleiben kann außer göttliches Worts, 1 Petr. 1,24.25. Unsere Fürsten und Herren, es gehe, wie es wolle, haben sich des zu trösten, daß sie mit gutem Gewissen gehandelt haben. Denn ich will gleich setzen, daß der Priester Ehe etwas anzu-fechten sei, als nicht ist, doch ist das stracks wider Gottes Wort und Willen, daß die Widersacher die vollzogenen Ehen also zerreißen, arme, unschuldige Leute ins Elend jagen und erwürgen. Es haben unsere Fürsten und Herren ja nicht Lust an Neuerung und Zwiespalt, dennoch sind sie schuldig, daß sie göttlich Wort und Wahrheit in so gerechter und gewisser Sache mehr lassen gelten denn alle andern Sachen. Da verleihe Gott Gnade zu! Amen.

 

Artikel XXIV. Von der Messe.

 

Erstlich müssen wir abermals dies hier zum Eingange sagen, daß wir die Messe nicht abtun. Denn alle Sonntage und Feste werden in unsern Kirchen Messen gehalten, dabei das Sakrament gereicht wird denjenigen, die es begehren, doch also, daß sie erst verhört und absolviert werden. So werden auch christliche Zeremonien gehalten mit Lesen, mit Gesängen, Gebeten und dergleichen usw. Die Widersacher machen ein groß Geschwätz von der lateinischen Messe und reden ganz ungeschickt und kindisch davon, wie auch ein Ungelehrter, der Latein nicht verstehe, groß verdiene mit Messehören im Glauben der Kirche. Da er-dichten sie ihnen selbst, daß das schlechte Werk des Messehörens ein Gottes-dienst sei, welcher auch dann nütze sei, wenn ich kein Wort höre oder verstehe. Das will ich nicht hier dermaßen herausstreichen, wie es wert wäre. Wir wollen verständige Leute hier richten lassen. Wir gedenken des darum, daß wir anzei-gen, daß bei uns die lateinische Messe, Lektionen und Gebete auch gehalten werden. So aber die Zeremonien sollen darum gehalten werden, daß die Leute die Schrift und Gottes Wort lernen und dadurch zu Gottesfurcht kommen und Trost erlangen und also recht beten, denn darum sind Zeremonien eingesetzt: so behalten wir das Latein um derer willen, die Lateinisch können, und lassen daneben deutsche christliche Gesänge gehen, damit das gemeine Volk auch etwas lerne und zu Gottesfurcht und Erkenntnis unterrichtet werde. Der Brauch ist allezeit für löblich gehalten in der Kirche. Denn wiewohl an etlichen Orten mehr, an etlichen Orten weniger deutsche Gesänge gesungen werden, so hat doch in allen Kirchen je etwas das Volk deutsch gesungen; darum ist's so neu nicht. Wo steht aber diese pharisäische Lehre geschrieben, daß Messehören ohne Verstand, ex opere operato, verdienstlich und seliglich sei? Schämt euch ins Herz, ihr Sophisten, mit solchen Träumen! Daß wir aber nicht Privatmessen, sondern allein einen öffentliche Messe, wenn das Volk mit kommuniziert, halten, das ist nicht wider die gemeine christliche Kirche. Denn in der griechischen Kirche werden auf diesen Tag keine Privatmessen gehalten, sondern allein eine Messe, und dasselbe auf die Sonntage und hohen Feste. Das ist alles eine Anzeigung des alten Brauchs der Kirche. Denn die Lehrer, so vor der Zeit St. Gregorius gewesen, gedenken an keinem Ort der Privatmessen. Wie aber die einzelnen Messen oder Privatmessen einen Anfang gehabt, lassen wir jetzund anstehen. Das ist gewiß, da die Bettelorden und Mönche also überhand-genommen, sind die Messen aus den falschen Lehren derselben also täglich mehr und mehr gestiftet und eingerissen um Geldes und Geizen willen, also daß die Theologen selbst darüber allezeit geklagt haben. Und wiewohl St. Franziskus aus rechter, guter Meinung hat dem Dinge wollen zuvorkommen und hat geordnet den Seinen, daß ein jeglich Kloster täglich mit einer gemeinen Messe sollte zufrieden sein, dasselbe nützliche Statut ist hernach durch Heuchelei oder um Geldes willen geändert. Also verändern sie die Ordnung der alten Väter, wann und wo es sie gelüstet, wenn es ihnen in die Küche trägt, und sagen uns danach, man müsse der alten Väter Ordnung heiliglich halten. Epiphanius schreibt, daß in Asia alle Wochen communio dreimal gehalten sei, und man habe nicht täglich Messe gehalten, und sagt, der Brauch sei von den Aposteln also hergekommen. Wiewohl nun die Widersacher an diesem Ort viele Worte und Sprüche in einander gekocht haben, da sie mit beweisen wollen, daß die Messe ein Opfer sei, so ist doch das große Geschrei mit dieser einzigen Antwort bald gestillt, und ist ihnen das Maul bald gestopft, wenn wir sagen: die Sprüche, die Argumente, Gründe und alles, was vorgebracht ist, beweisen nicht, daß die Messen ex opere operato dem Priester oder andern, für die, so sie appliziert werden, verdienen Vergebung der Sünden, Erlassung der Pein und Schuld. Diese einzige, klare Antwort stößt über einen Haufen zu Boden alles, was die Widersacher vorbringen nicht allein in der Konfutation, sondern in allen ihren Büchern und Schriften, welche sie von der Messe geschrieben haben. Und das ist die Hauptfrage in dieser ganzen Sache, davon wollen wir einen jeden christlichen Leser verwarnt haben, daß er den Widersachern genau darauf sehe, ob sie auch bei der Hauptfrage bleiben. Denn sie pflegen aus der Hauptsache viel vergebliche, ungereimte Umschweife zu machen. Denn wenn man gleich und ungewankt bei der Hauptfrage bleibt und nichts Fremdes einmengt, da ist desto leichter zu urteilen auf beiden Seiten. Wir haben in unserer Konfession ange-zeigt, daß wir halten, daß da Abendmahl oder die Messe niemand fromm mache ex opere operato, und daß die Messe, so für andere gehalten wird, ihnen nicht verdiene Vergebung der Sünden, Erlassung von Pein und Schuld. Und des Hauptstücks haben wir ganz starken, gewissen Grund, nämlich diesen: Es ist unmöglich, daß wir sollten Vergebung der Sünden erlange durch unsere Werke, ex opere operato, das ist, durch das getane Werk an ihm selbst, sine bono motu utentis, wenn schon das Herz keinen guten Gedanken hat, sondern durch den Glauben an Christum muß das Schrecken der Sünde, des Todes überwunden werden, wenn unsere Herzen aufgerichtet und getröstet werden durch die Erkenntnis Christi, wie oben gesagt, wenn wir empfinden, daß wir um Christus willen einen gnädigen Gott haben, also daß uns sein Verdienst und Gerechtigkeit geschenkt wird, Röm. am 5. Kap.: „So wir denn gerecht sind worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott“ usw. Dies ist ein solch starker, gewisser Grund, daß alle Pforten der Hölle dawider nichts werden können aufbringen; des sind wir gewiß. Und dieses wäre eben genug von der ganzen Sache. Denn kein Vernünftiger oder Verständiger wird die pharisäische oder heidnische Heuchelei und den großen Mißbrauch vom opere operato loben mögen. Und ist doch derselbe Irrtum in aller Welt eingerissen. Daher hat man so viele, unzählige Messen in aller Welt, in allen Stiften, Klöstern, Kirchen, Klausen, in allen Winkeln gestiftet. Denn dazu werden Messen um Geld gehalten, Gottes Zorn zu ver-söhnen, durch das Werk Vergebung der Sünden, Erlösung von Pein und Schuld zu erlangen, die Toten aus dem Fegefeuer zu erlösen, Gesundheit, Reichtum, Glück und Wohlfahrt in Hantierung zu erlangen usw. Die heuchlerische, phari-säische Opinion haben die Mönche und Sophisten in die Kirche gepflanzt. Wiewohl nun der Irrtum vom Mißbrauch der Messe genugsam widerlegt ist dadurch, daß man nicht durch unser Werk, sondern durch den Glauben an Christum Vergebung der Sünden erlangt, doch, dieweil die Widersacher viele Sprüche der Schrift ganz ungeschickt einführen, ihren Irrtum zu verteidigen, wollen wir etwas mehr hier noch dazusetzen. Die Widersacher reden in ihrer Konfutation viel vom Opfer, so wir doch in unserer Konfession das Wort sacri-ficium mit Fleiß gemieden haben um ungewissen Verstandes willen, sondern haben ihren höchsten Mißbrauch mit klaren Worten ausgedrückt, den sie unter dem Namen sacrificium meinen und treiben. Daß wir nun die Sprüche, so sie unrecht und fälschlich eingeführt, verlegen mögen, müssen wir erst sagen, was das Wort sacrificium oder Opfer heißt. Sie haben zehn ganze Jahre viele Bücher geschrieben, daß die Messe ein Opfer sei, und ihrer keiner hat noch nie definiert, was Opfer sei oder nicht sei. Sie suchen allein das Vokabel oder Wort sacrificium wo sie es finden in concordantiis bibliae, und dehnen es hierher, es reime sich oder nicht. Also tun sie auch in der alten Väter Büchern; danach erdichten sie ihre Träume dazu, gleich als müsse sacrificum heißen, was sie wollen.

 

Was Opfer sei oder nicht sei, und wie mancherlei Opfer.

 

Und damit man nicht blind in die Sache falle, müssen wir erstlich Unterschied anzeigen, was Opfer und was nicht Opfer sei, und dies ist nützlich und gut allen Christen zu wissen. Die Theologen pflegen recht zu unterscheiden sacrificium und sacramentum, Opfer und Sakrament. Nun, das genus wollen wir lassen sein ceremonia oder heilig Werk. Sacramentum ist eine ceremonia oder äußerlich Zeichen oder ein Werk, dadurch uns Gott gibt dasjenige, so die göttlich Ver-heißung, welche derselben Zeremonien angeheftet ist, anbietet. Als, die Taufe ist eine Zeremonie und ein Werk, nicht das wir Gott geben oder anbieten, sondern in welchem uns Gott gibt und anbietet, in welchem uns Gott tauft oder der Diener an Gottes Statt. Da bietet uns Gott an und gibt uns Vergebung der Sünden nach seiner Verheißung: „Wer da glaubet und getauft wird, der soll selig werden.“ Wiederum, sacrificium oder Opfer ist eine ceremonia oder ein Werk, das wir Gott geben, damit wir ihn ehren. Es ist aber vornehmlich zweierlei Opfer und nicht mehr, darunter alle andern Opfer begriffen sind. Für eins ist ein Versöhnopfer, dadurch genuggetan wird für Pein und Schuld, Gottes Zorn gestillt und versöhnt und Vergebung der Sünder für andere erlangt. Zum andern ist ein Dankopfer, dadurch nicht Vergebung der Sünden oder Versöhnung erlangt wird, sondern es geschieht von denjenigen, welche schon versöhnt sind, daß sie für die erlangte Vergebung der Sünden und andere Gnaden und Gaben Dank sagen. Dieser zweierlei Opfer muß man mit Fleiß wahrnehmen in diesem Handel und in vielen andern Disputationen gar wohl darauf sehen, daß man diese zwei nicht in-einandermenge. Und diese unterschiedliche Teilung hat wohl starke Beweisung aus der Epistel zu den Hebräern und an vielen Orten in der Schrift. Und alle Opfer im Gesetz Mosis, wie mancherlei die sind, können unter diese zweierlei Opfer als unter ihre genera beschlossen und begriffen werden. Denn etliche Opfer im Gesetz Mosis werden genannt Sühnopfer oder Opfer für die Sünden um der Bedeutung willen, nicht daß Vergebung der Sünden dadurch verdient wird vor Gott, sondern daß es äußerliche Versöhnungen waren um der Bedeutung willen: denn diejenigen, für welche sie geschahen, wurden durch solche Opfer versöhnt, daß sie nicht aus dem Volk Israel verstoßen würden. Darum waren es genannt Sühnopfer; die andern Opfer aber waren Dankopfer. Also sind im Gesetz wohl Bedeutungen gewesen des rechten Opfers, aber es ist allein ein einziges wahrhaftiges Sühnopfer, Opfer für die Sünden, in der Welt gewesen, nämlich der Tod Christi, wie die Epistel zu den Hebräern sagt: „Es ist unmöglich gewesen, daß der Ochsen und Böcke Blut sollte Sünden wegnehmen.“ Und bald hernach steht von dem Gehorsam und Willen Christi: „In welchem Willen wir geheiliget sind durch das Opfern des Leibes Jesu Christi einmal“ usw. Und Jesaias der Prophet hat auch zuvor das Gesetz Mosis ausgelegt und zeigt an, daß der Tod Christi die Bezahlung für die Sünden ist und nicht die Opfer im Gesetz, da er von Christo sagt: „Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben.“ Denn der Prophet hat das Wort: „Schuldopfer“ auf Christus Tod gezogen, anzuzeigen, daß die Schuldopfer im Gesetz nicht das rechte Opfer wären, die Sünden zu bezahlen, sondern es müßte ein ander Opfer kommen, nämlich Christus Tod, dadurch Gottes Zorn sollte versöhnt werden. Item, die Schuldopfer im Gesetz mußten aufhören, da das Evangelium geoffenbart und das rechte Opfer ausgerichtet ward. Darum sind es nicht rechte Versöhnungen vor Gott gewesen, denn sie haben fallen müssen, und hat ein anderes müssen kommen. Derhalben sind es allein Bedeutungen und Vorbilder der rechten Versöhnung gewesen. Darum bleibt dieses feststehen, daß nur ein einig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi, das für andere sollte appliziert werden, Gottes Zorn zu versöhnen. Über dieses einige Sühn-opfer, nämlich den Tod Christi, sind nun andere Opfer, die sind alle nur Dank-opfer, als alles Leiden, Predigen, gute Werke der Heiligen. Dasselbe sind nicht solche Opfer, dadurch wir versöhnt werden, die man für andere tun könne, oder die da verdienen ex opere operato Vergebung der Sünden oder Versöhnung. Denn sie geschehen von denjenigen, so schon durch Christum versöhnt sind. Und solche Opfer sind unsere Opfer in Neuen Testament, wie Petrus der Apostel 1 Pet. 2 sagt: „Ihr seid ein heilig Priestertum, daß ihr opfert geistliche Opfer.“ Und im Neuen Testament gilt kein Opfer ex opere operato sine bono motu utentis, das ist, das Werk ohne einen guten Gedanken im Herzen. Denn Christus spricht Joh. am 4.: „Die rechten Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit“, das ist, mit Herzen, mit herzlicher Furcht und herzlichem Glauben. Darum ist's eitel teuflische, pharisäische und antichristliche Lehre und Gottes-dienst, daß unsere Widersacher lehren, ihre Messe verdiene Vergebung der Schuld und Pein ex opere operato. Die Juden verstanden ihre Zeremonien auch nicht recht und meinten, sie wären vor Gott fromm, wenn sie die Werke getan hätten, ex opere operato. Dawider schreien die Propheten aufs allerernstlichste, damit sie die Leute von eigenen Werken auf die Zusage Gottes wiesen und sie zum Glauben und rechten Gottesdienst brächten. Also steht Jer. am 7.: „Ich habe nicht mit euren Vätern von Opfern geredet oder Brandopfern, da ich sie aus Ägyptenland führte, sondern dies Wort habe ich ihnen geboten: Höret meine Stimme, und ich will euer Gott sein“ usw. Was werden wohl die halsstarrigen Juden zu dieser Predigt und Lehre gesagt haben, die da ganz öffentlich wider das Gesetz und Mose scheint? Denn es war je öffentlich, daß Gott den Vätern von Opfern geboten hatte, das konnte Jeremias nicht leugnen. Jeremias aber verdammt ihren Irrtum von den Opfern, von welchen kein Gottesbefehl war, nämlich daß sie meinten, daß die Opfer ex opere operato Gott versöhnten und gefielen. Darum setzt Jeremias das dazu vom Glauben, das Gott geboten hat: Hört mich, das ist, glaubt mir, daß ich eure Gott bin, daß ich euch erhalte, mich euer erbarme, euch alle Stunden helfe, und bedarf eurer Opfer nicht; glaubt, daß ich euer Gott bin, der euch gerecht macht und heilig, nicht um eures Verdienstes willen, sondern um meiner Zusage willen; darum sollt ihr von mir allen Trost und Hilfe erwarten. Auch so verwirft die heidnische Opinion vom opere operato der 50. Psalm, da er sagt: „Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bocksblut trinken? Rufe mich an in der Zeit der Not“ usw. Da wird das opus operatum verworfen und sagt: „Rufe mich an!“ Da zeigt er den höchsten Gottes-dienst an, wenn wir ihn von Herzen anrufen. Item im 40. Psalm: „Du hast keine Lust am Opfer und Speisopfer; aber die Ohren hast du mir aufgetan“, das ist, du hast mir ein Wort gegeben, das ich hören soll, und forderst, daß ich deinem Wort glauben soll und deinen Zusagen, daß du mir helfen willst. Item Ps. 51: „Du hast nicht Lust zum Opfer, ich gäbe dir es sonst usw. Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist usw.“ Item im 4. Psalm: „Opfert Opfer der Gerechtigkeit und hoffet auf den Herrn.“ Da befiehlt er, daß wir sollen auf den Herrn hoffen, und nennt das ein recht Opfer. Da zeigt er an, daß die andern nicht rechte Opfer seien usw. Item Ps. 116: „Dir will ich Dankopfer opfern und des Herrn Namen anrufen“ usw. Und die ganze Schrift ist voll solcher Sprüche, die da anzeigen, daß kein Opfer, kein Werk ex opere operato Gott versöhnt. Darum lehrt sie, daß im Neuen Testament die Opfer des Gesetzes Mosis abgetan seien, und seien eitel reine Opfer, ohne Makel, nämlich der Glaube gegen Gott, Danksagung, Gottes Lob, Predigt des Evangelii, Kreuz und Leiden der Heiligen und der-gleichen. Und von diesen Opfern redet Maleachi, da er sagt: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Heiden, und an allen Orten soll meinem Namen geopfert werden ein rein Opfer.“ Denselben Spruch deuten die Widersacher fälschlich und närrisch, von der Messe zu verstehen, und ziehen die alten Väter an. Es ist aber da bald geantwortet: Wenngleich Maleachi von der Messe redet, als er nicht tut, so folgt doch daraus nicht, daß die Messe ex opere operato uns vor Gott fromm mache, oder daß man Messe könne halten für andere, denselben Vergebung der Sünden zu erlangen. Der keines sagt der Prophet, sondern die Sophisten und Mönche erdichten's unverschämt aus ihrem eigenen Hirn. Die Worte aber des Propheten bringen selbst den rechten Verstand mit. Denn erst sagt der Prophet, es solle der Name des Herrn groß werden; das geschieht durch die Predigt des Evangelii. Denn durch dieselbe wird der Name Christi bekannt, und wird bekannt die Gnade, in Christo verheißen. Durch die Predigt aber des Evangelii kommen die Leute zum Glauben; die rufen dann Gott recht an, die danken Gott, die leiden um Gottes willen Verfolgung, die tun gute Werke. Darum nennt's der Prophet das reinen Opfer, nicht die Zeremonie der Messe allein ex opere operato, sondern alle geistlichen Opfer, durch welche Gottes Name groß wird. Nämlich ein rein, heilig Opfer ist die Predigt des Evangelii, der Glaube, Anrufen, Gebet, das Evangelium und Christum vor der Welt bekennen usw. Und wir fechten nicht groß an, ob es jemand je auch auf die Zeremonie der Messe deuten wollte, wenn er nur nicht sagt, daß die schlechte ceremonia ex opere operato Gott versöhne. Denn wie wir die Predigt heißen ein Lobopfer, so mag die ceremonia des Abendmahls an ihm selbst ein Lobopfer sein, aber nicht ein solch Opfer, das ex opere operato vor Gott gerecht mache, oder das man für andere tun könne, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen. Aber bald hernach wollen wir auch sagen, wie die ceremonia ein Opfer sei. Dieweil aber Maleachi redet von allen Gottesdiensten und Opfern des Neuen Testaments, so redet er nicht allein von der Messe oder Abendmahl. Item, dieweil er klar widerredet demselben pharisäischen Irrtum vom opere operato, so tut der Spruch nichts wider uns, sondern vielmehr für uns, denn er fordert inwendig das Herz, Gott Dankopfer zu tun, durch welches der Name des Herrn recht groß werde. Es wird auch aus dem Maleachi noch ein Spruch angezogen: „und er wird läutern die Söhne Levi wie Gold und wie Silber, und sie werden Gott opfern Opfer der Gerechtigkeit.“ Da sagt er von Opfern der Gerechtigkeit; darum ist der Text wider das opus operatum. Die Opfer aber der Söhne Levi, das ist, derjenigen, die da predigen im Neuen Testament, ist die Predigt des Evangelii und die guten Früchte der Predigt, wie Paulus Röm. 15 sagt: „Ich soll sein ein Diener Christi unter den Heiden, zu opfern das Evangelium Gottes, auf daß die Heiden ein Opfer werden, Gott angenehm durch den Glauben.“ Denn das Ochsen- und Schafschlachten im Gesetz hat bedeutet den Tod Christi und das Predigtamt des Evangelii, dadurch der alte Adam täglich getötet werde, und das neue und ewige Leben sich anfängt. Aber die Wider-sacher deuten allenthalben das Wort Opfer oder sacrificium allein auf die Zeremonien der Messe. Von dem Predigtamt des Evangelii, vom Glauben, vom Danken und Anrufen göttlichen Namens reden sie gar nichts, so doch die Zeremonia darum ist eingesetzt, so doch das Neue Testament eitel geistliche Opfer hat inwendig des Herzens und nicht solche Opfer wie das levitische Priestertum. Auch so ziehen die Widersacher an das iuge sacrificium, das ist das tägliche Opfer, und sagen, wie im Gesetz Mosis sei gewesen ein täglich Opfer, also sei die Messe iuge sacrificium des Neuen Testaments. Wenn die Sache mit Allegorien außzurichten wäre, so würde jedermann Allegorien finden, ihm dienlich. Aber alle Verständigen wissen, daß man in solchen hochwichtigen Sachen vor Gott gewiß und klar Gottes Wort haben muß und nicht dunkle und fremde Sprüche herzuziehen mit Gewalt. Solche ungewisse Deutungen halten den Stich nicht vor Gottes Gericht. Wiewohl wir wollten den Widersachern zu Gefallen noch die Messe wohl iuge sacrificium oder täglich Opfer nennen lassen, wenn sie die ganze Messe, das ist die Zeremonien mit der Danksagung, mit dem Glauben im Herzen, mit dem herzlichen Anrufen göttlicher Gnade, iuge sacri-ficium des Neuen Testaments heißen. Denn die Zeremonia der Messe oder des Abendmahls ist um des alles willen aufgerichtet; denn sie ist um des Predigens willen eingesetzt, wie Paulus sagt: „Sooft ihr das Brot esset und den Kelch trinket, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen.“ Das folgt aber gar nicht aus der Figur des täglichen Opfers, daß die Messe sei ein solch Opfer, das ex opere operato Gott versöhne, oder das man für andere halten oder tun könne, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen. Und wenn man iuge sacrificium oder das tägliche Opfer recht ansieht, so malet's ab und bedeutet nicht allein die Zeremonien, sondern auch die Predigt des Evangelii. Denn im 4. Buch Mosis am 28. werden gesetzt drei Stücke, die zu demselben täglichen Opfer gehörten. Erstlich ward geopfert ein Lamm zu einem Brandopfer, und ward Wein darauf gegossen. Danach ward auch geopfert ein Kuchen, mit Semmelmehl und Öl gemenget. Das ganze Gesetz Mosis ist ein Schatten und Figure Christi und des Neuen Testaments, darum so wird Christus darin abgemalet. Das Lamm bedeutet den Tod Christi. Wein darauf gießen bedeutet, daß in aller Welt alle Gläubigen von den Lammes Blut besprengt werden durch das Evangelium, das ist, daß sie geheiligt werden; wie Petrus sagt 1 Pet. 12: „durch Heiligung des Geistes im Gehorsam und Besprengung des Blutes Jesu Christi“. Der Kuchen bedeutet das Anrufen und die Danksagung in aller Gläubigen Herzen. Wie nun im Alten Testament der Schatten ist und die Bedeutung Christi oder des Evangelii, also ist im Neuen Testament dasselbe Evangelium und die Wahrheit, welche durch die Figur bedeutet ist, zu suchen, und ist nicht erst in neure typus oder Figur zu suchen, das sie möchten oder wollten sacrificium nennen. Darum, wiewohl die Messe oder Zeremonia im Abendmahl ein Gedächtnis ist des Todes Christi, so ist doch nicht die Zeremonia allein das iuge sacrificium oder tägliche Opfer, sondern das Gedächtnis des Todes Christi zusamt der Zeremonia ist das tägliche Opfer, das ist, die Predigt vom Glauben und Christo, welcher Glaube wahrlich glaubt, daß Gott durch den Tod Christi versöhnt sei. Zu demselben iuge sacrificio gehört auch die Frucht der Predigt, daß wir mit dem Blut Christi besprengt, das ist, geheiligt werden, daß der alte Adam getötet werde und der Geist zunehme; das ist das Gießen. Danach sollen wir auch danken und Gott loben und den Glauben mit Leiden und guten Werken bekennen; das ist durch Mehl und Öl bedeutet. Also wenn der grobe pharisäische Irrtum von dem opere operato weggetan ist, findet sich, daß durch das iuge sacrificium bedeutet ist das geistliche Opfer und tägliche Opfer der Herzen; denn Paulus sagt: Im Alten Testament ist „der Schatten der künftigen Güter“, „der Leib aber“ und die Wahrheit „ist in Christo“, Kol. 2,17. Das ist nun das Erkenntnis Christi und der Heilige Geist im Herzen, welcher eitel Danksagung und täglich geistliche Opfer im Herzen wirkt. Aus dem erscheint nun genug, daß das Gleichnis vom iuge sacrificio oder täglichen Opfer nichts wider uns ist, sondern vielmehr für uns. Denn wir haben klar angezeigt, daß alles, was zum täglichen Opfer im Gesetz Mosis gehört hat, muß ein wahr, herzlich Opfer, nicht opus operatum bedeuten. Der Widersacher Traum ist falsch, da sie wähnen wollen, es werde allein das schlechte, äußerliche Werk und Zeremonien bedeutet, so doch der Glaube im Herzen, das Predigen, Bekennen, Danksagen und herzliches Anrufen die rechten täglichen Opfer sind und das Beste an der Messe, sie nennen's gleich Opfer oder anders. Nun können alle gottesfürchtigen, frommen, ehrbaren, christlichen Leute leichtlich merken, daß der Widersacher Beschuldigung unrecht ist, da sie sagen, wir tun das iuge sacrificium ab. Die Erfahrung aber gibt's, daß sie die rechten Antiochi sind, die als die wütenden Tyrannen mit eitel Kühnheit und Gewalt sich erzeigen in der Kirche, die unter einem Schein der Geistlichkeit zu sich ziehen alle Gewalt der Welt und fragen doch nichts nach dem Predigtamt, nach Christo oder dem Evangelio. Darüber hinaus unterstehen sie sich, neue Gottesdienste ihres Gefallens in der Kirche anzurichten und mit eitel Gewalt zu verfechten. Denn die Widersacher behalte allein die Zeremonie der Messe, den rechten Gebrauch aber der Messe lassen sie fahren und brauchen die Messe allein zum Geiz und schändlichen Jahrmarkt und erdichten danach, es sei ein Werk, das andern zugute komme, das andern Vergebung der Sünden, der Pein und Schuld verdiene. In ihren Predigten aber lehren sie nicht das Evangelium, sie trösten auch nicht die Gewissen, sie predigen auch nicht, daß die Sünden ohne Verdienst vergeben werden um Christus willen, sondern predigen vom Anrufen der Heiligen, von satisfactionibus, von Genugtuungen, von Menschensatzungen und sagen, daß dadurch die Leute vor Gott fromm werden. Und wiewohl derselben öffentlichen, gotteslästerlichen Mißbräuche viel sind, so wollen sie doch dieselben, dieweil sie Geld tragen, mit Gewalt erhalten. Und die ge-lehrtesten Prediger unter ihnen predigen verworrene philosophisch Quästionen und Fragen, welche weder sie selbst noch das Volk verstehen. Endlich, ob etliche unter ihnen sind nicht gar ungelehrt, so lehren sie doch eitel Gesetz und lehren von Christo oder vom Glauben gar nichts. Die Widersacher ziehen den Daniel an, der da sagt: „Es werden Greuel und Verwüstung in der Kirche stehen“, und deuten dieses auf unsere Kirche, derhalben daß die Altäre nicht bedeckt sind, nicht Lichter drinnen brennen und dergleichen. Wiewohl es nicht wahr ist, daß wir solche äußerliche Ornamente alle wegtun, dennoch, so es schon also wäre, redet Daniel nicht von solchen Dingen, die gar äußerlich sind und zur christlichen Kirche nicht gehören, sondern meint viel eine andere, greulichere Verwüstung, welche im Papsttum stark geht, nämlich von Verwüstung des nötigsten, größten Gottesdienstes, des Predigtamts und Unterdrückung des Evangelii. Denn bei den Widersachern predigt man das mehrere Teil von Menschensatzungen, dadurch die Gewissen von Christo auf eigene Werke und Vertrauen geführt werden; so ist's gewiß, daß unterm Papsttum die Predigt von der Buße oder de poenitentia, wie die Widersacher davon gelehrt, niemand verstanden hat, und das ist doch das nötigste Stück der ganzen christlichen Lehre. Die Widersacher haben die armen Gewissen gequält und geplagt mit Sündenerzählen; vom Glauben an Christum, wodurch man erlangt Vergebung der Sünden, von dem rechten Kampf und Anfechtung, welche sind Übungen des Glaubens, haben sie gar nichts Rechtes gelehrt, dadurch die Gewissen hätten mögen Trost haben. Alle ihre Bücher, alle ihre Predigten sind in dem Stücke als nütze gewesen als nichts und haben dazu unsäglichen Schaden getan. Überdies ist bei den Widersachern der schreckliche, greuliche Mißbrauch der Messe, desgleichen kaum je auf Erden gewesen, und sonst unzählig viel unchristliche, närrische Gottesdienste. Das ist die rechte Verwüstung, davon Daniel sagt. Dagegen in unsern Kirchen warten die Priester recht ihres Amts, lehren und predigen das Evangelium, predigen Christum, daß wir nicht um unserer Werke willen, sondern um Christus willen Vergebung der Sünden und einen gnädigen Gott haben. Diese Lehre gibt den Herzen einen rechten, gewissen, beständigen Trost. Auch so lehren sie die zehn Gebote und von rechtschaffenen guten Werken, welche Gott geboten hat, darüber auch von rechtem christlichen Ge-brauch der heiligen Sakramente. Und wenn ja das Abendmahl oder die Messe sollte das tägliche Opfer genannt werden, so möchte billiger die Messe bei uns also heißen. Denn bei ihnen halten ihre Pfaffen das mehrere Teil alle um ihre Präbenden und um Geldes willen Messe. In unsern Kirchen wird der heiligen Sakramente also nicht mißbraucht. Denn da wird niemand mit Geld dazu getrieben, sondern man läßt die Gewissen sich prüfen, Trost da zu suchen; dazu werden die Leute unterrichtet von rechtem christlichen Gebrauch des Sakra-ments, daß es nämlich dazu eingesetzt ist, daß es sei ein Siegel und gewiß Zeichen der Vergebung der Sünden, dadurch die Herzen erinnert und der Glaube gestärkt wird, daß sie gewiß glauben, daß ihnen die Sünden vergeben sind. So wir nun die Predigt des Evangelii und den rechten Gebrauch des Sakraments bei uns behalten, so haben wir ohne Zweifel das tägliche Opfer. Und wenn man gleich von äußerlichem Wohlstehen sagen sollte, so sind unsere Kirchen besser geziert denn des Gegenteils. Denn der rechte äußerliche Kirchenschmuck ist auch rechte Predigt, rechter Gebrauch der Sakrament, und daß das Volk mit Ernst dazu gewöhnt sei und mit Fleiß und Zucht zusammenkomme, lerne und bete. Dieweil man nun durch Gottes Gnade in unsern Kirchen christlich und heilsam Ding lehrt von Trost in allem Anfechten, bleiben die Leute gern bei guter Predigt. Denn es ist kein Ding, das die Leute mehr bei der Kirche behält denn die gute Predigt. Aber unsere Widersacher predigen ihre Leute aus der Kirche; denn sie lehren nichts von den nötigen Stücken christlicher Lehre, sagen Heiligen-legenden und andere Fabeln. Überdas, wo unsere Widersacher ihre Kerzen, Altartücher, Bilder und dergleichen Zier für nötige Stücke achten und damit Gottesdienste anrichten, sind sie des Antichrists Gesinde, davon Daniel sagt, daß sie ihren Gott ehren mit Silber, Gold und dergleichen Schmuck. Auch so ziehen sie an aus der Epistel Hebr. 5: „Ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und opfere Opfer für die Sünde.“ Da schließen sie: Da im Neuen Testament Bischöfe sind und Priester, so folgt, daß auch ein Opfer müsse sein für die Sünden. Dieses nun möchte am meisten die Ungelehrten und Uner-fahrenen bewegen, sonderlich wenn sie ansehen das herrliche Gepränge im Tempel und Kirchen, item die Kleidung Aarons; da im Alten Testament auch viel Schmuck von Gold, Silber und Purpur gewesen, denken sie, es müsse im Neuen Testament gleich also ein Gottesdienst, solche Zeremonien und Opfer sein, da man für anderer Leute Sünden opfere wie im Alten Testament. Denn der ganze Mißbrauch der Messen und päpstlichen Gottesdienste ist nirgend hergekommen, denn daß sie haben wollen den Mosis Zeremonien nachfolgen und haben es nicht verstanden, daß das Neue Testament mit andern Sachen umgeht, und daß solche äußerliche Zeremonien, ob man sie zur Kinderzucht braucht, sollen ihr Maß haben. Und wiewohl unsere Sache sonderlich wohl gegründet ist in der Epistel zu den Hebräern, so ziehen doch die Widersacher aus derselben Epistel etliche Sprüche verstümmelt an, als eben an dem obangezeigten Ort, da der Text sagt: „Ein jeglicher Hoherpriester usw. wird gesetzt zu opfern“ usw. Der Text führt das bald auf Christum. Die Worte, so vorhergehen, reden vom levitischen Priestertum und sagen, das levitische Priestertum sei eine Deutung des Priester-tums Christi. Denn die levitischen Opfer für die Sünden, die verdienten nicht Vergebung der Sünden vor Gott, sondern waren allein ein Bild Christi, welcher war das rechte, einige, wahre Opfer für die Sünden, wie ich oben gesagt habe. Und gar nahe die ganze Epistel zu den Hebräern handelt das mehrere Teil davon, daß das levitische Priestertum und die Opfer im Gesetz dazu nicht eingesetzt sind, daß man Vergebung der Sünden oder Versöhnung vor Gott damit verdienen solle, sondern allein zu bedeuten das künftige rechte Opfer, Christum. Denn die Patriarchen und Heiligen im Alten Testament sind auch gerecht geworden und Gott versöhnt durch den Glauben an die Verheißung von dem künftigen Christo, durch welchen Heil und Gnade verheißen ward, gleichwie wir im Neuen Testament durch den Glauben an Christum, der da offenbart ist, Gnade erlangen. Denn alle Gläubigen von Anbeginn haben geglaubt, daß ein Opfer und Bezahlung für die Sünde geschehen würde, nämlich Christus, welcher künftig und verheißen war, wie Jesaja am 53. sagt: „Wenn er seine Seele wird geben ein Schuldopfer für die Sünde“ usw. So nun im Alten Testament durch die Opfer niemand hat erlangt Vergebung der Sünden (denn allein sie haben bedeutet das einige Opfer Christi), so folgt, daß allein ein einiges Opfer ist, nämlich Christus, welcher für aller Welt Sünde bezahlt und genuggetan hat. Derhalben ist im Neuen Testament fürder auch kein ander Opfer zu machen, dadurch die Sünden bezahlt werden, denn allein der einige Tod Christi, so am Kreuz einmal geopfert ist. Darum, wenn sie so sagen, es müsse im Neuen Testament ein Priester sein, der da opfert, so ist das allein von Christo nachzu-geben und zu verstehen. Und darauf dringt und damit stimmt stark die ganze Epistel zu den Hebräern. Und das hieße auch gar andere Mittler darstellen und eindringen neben Christo, wenn wir eine andere Satisfaktion für die Sünden zuließen und Versöhnung denn den Tod Christi. Und dieweil das Priestertum des Neuen Testaments ein Amt ist, dadurch der Heilige Geist wirkt, kann kein Opfer sein, das ex opere operato andern helfe. Denn wo nicht eigener Glaube und Leben durch den Heiligen Geist gewirkt wird, kann mich eines andern opus operatum nicht fromm und selig machen. Darum kann die Messe nicht für andere gelten: das ist ja klar und gewiß. Wir haben nun Ursache angezeigt, warum die Messe niemand vor Gott gerecht mache ex opere operato, warum auch Messen für andere nicht können gehalten werden; denn beides ist stracks wider den Glauben und die Lehre von Christo. Denn es ist unmöglich, daß Sünden sollten vergeben werden, oder daß die Schrecken des Todes, der Hölle sollten durch eines andern Werk überwunden werden denn allein durch den Glauben an Christum, wie der Spruch lautet Röm. 5: „So wir gerecht sind worden, so haben wir Frieden mit Gott“ usw. Dazu haben wir angezeigt, das die Sprüche der Schrift, welche man wider uns anzieht, auch nichts beweisen für die heidnische und antichristliche Lehre der Widersacher vom opere operato. Und das können nun alle gottesfürchtigen, ehrbaren Leute in aller Welt, in allen Nationen merken und urteilen. Darum ist zu verwerfen der Irrtum Thomä, der da schreibt, das der Leib des Herrn einmal am Kreuz geopfert sei für die Erbsünde und werde täglich für die täglichen Sünden geopfert auf dem Altar, daß also die Kirche habe ein Opfer, täglich Gott zu versöhnen. Auch sind die andern Irrtümer zu verwerfen, das die Messe zugute komme ex opere operato dem, der sie hält. Item, wenn man Messe hält für andere, die nicht obicem setzen, wenn sie gleich gottlos sind, das dieselben Vergebung der Sünden und Erlösung von Pein und Schuld erlangen. Das alles sind eitel Irrtümer und falsch und von eitel ungelehrten, heillosen Mönchen erdichtet, die doch vom Evangelio, von Christo und dem Glauben gar nichts wissen. Aus diesem Irrtum von solchen Mißbräuchen der Messen sind unzählige andere erwachsen, nämlich daß sie disputieren, ob eine Messe, wenn sie für viele gehalten wird, auch so kräftig sei, als wenn eine jede Person eine eigene Messe für sich halten läßt. Aus dieser Disputation sind die Messen gewachsen und je höher verkauft worden. Weiter, so halten sie noch Messe für die Toten, zu erlösen die Seelen aus dem Fegefeuer (welches ein schändlicher Jahrmarkt ist), so doch das Sakrament weder den Lebendigen noch den Toten nütze ist ohne den Glauben. Und die Widersacher können aus der Schrift nicht einen Buchstaben, nicht eine Silbe vorbringen zur Bestätigung der Träume und Fabeln, welche sie doch ohne alle Scheu und Scham mit großem Geschrei in großem Ansehen predigen, so sie doch darüber weder der Kirche noch der Väter Zeugnis haben. Darum sind es heillose, verblendete Leute, welche die öffentliche Wahrheit Gottes wissentlich Verachten und mit Füßen treten.

 

Was die alten Lehrer oder Väter vom Opfer schreiben.

 

Nachdem wir die Sprüche, so die Widersacher aus der Schrift angezogen, recht ausgelegt und verantwortet haben, so müssen wir auch auf der alten Väter Sprüche, welche sie anziehen, antworten. Wir wissen wohl, daß die Väter die Messe ein Opfer nennen; aber der Väter Meinung ist nicht, daß man durch Messehalten ex opere operato Vergebung der Sünden erlange, oder daß man Messe halten solle für Lebendige und Tote, ihnen Vergebung der Sünden, Ablaß von Pein und Schuld zu erlangen. Denn sie werden nimmermehr beweisen, daß von solchem Greuel wider alle Schrift die Väter etwas gelehrt, sondern der Väter Bücher reden von Danksagung und Dankopfer, darum nennen sie die Messe eucharistiam. Wir haben aber hier oben angezeigt, daß die Dankopfer uns nicht Vergebung der Sünden erlangen, sondern geschehen von denjenigen, die schon versöhnt sind durch den Glauben an Christum. Gleichwie Kreuz und Trübsale nicht Versöhnung gegen Gott verdienen, sondern sind Dankopfer, wenn die-jenigen, so versöhnt sind, solche Trübsale tragen und leiden. Und diese kurzen Worte sind Antwort genug wider die Sprüche der Väter, schützen uns auch genug wider unsere Widersacher. Denn es ist gewiß, daß die Träume vom opere operato nirgend in der Väter Büchern oder Schriften gefunden werden. Aber damit diese ganze Sache und Handel von der Messe desto klarer zu verstehen sei, so wollen wir auch vom rechten Gebrauch des Sakraments reden, und also, wie es in der Heiligen Schrift und in allen Schriften der Väter auch zu finden.

 

Vom rechten Gebrauch des Sakraments und von dem Opfer.

 

Etliche vorwitzige Gelehrte erdichten ihnen selbst, das Abendmahl des Herrn sei um zweierlei Ursache willen eingesetzt. Erstlich, daß es sei eine Losung und Zeichen eines Ordens, wie die Mönchskappen ihrer Orden Unterschiede und Zeichen sind. Danach gedenken sie, Christus habe sonderlich Wohlgefallen, dieselbe Losung durch ein Essen oder Abendmahl zu geben oder anzurichten, daß er anzeigte die Freundschaft brüderlicher Verwandtnis, so unter den Christen sein soll; denn miteinander essen und trinken ist ein Zeichen der Freundschaft. Aber das ist ein menschlicher Gedanke und zeigt nicht den rechten Gebrauch des Sakraments an. Da wird allein von Liebe und Freundschaft geredet, welches weltliche Leute auch verstehen. Da ist aber vom Glauben nichts geredet oder von der Verheißung Gottes, welches das Größte ist; welcher Glaube ein viel höher, größer Ding ist, denn man gedenkt. Die Sakramente aber sind Zeichen des göttlichen Willens gegen uns und sind nicht allein Losungen oder Zeichen, dabei sich die Leute kennen; und diejenigen sagen recht die da sagen, die Sakramente sind signa gratiae, das ist, die Sakramente sind Zeichen der Gnade. Und dieweil im Sakrament zwei Dinge sind, das äußerliche Zeichen und das Wort, so ist im Neuen Testament das Wort die Verheißung der Gnade, welche dem Zeichen angeheftet ist. Und dieselbe Verheißung im Neuen Testament ist eine Verheißung der Vergebung der Sünden, wie der Text sagt: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das ist der Kelch des Neuen Testaments in meinem Blut, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Das Wort bietet uns an Vergebung der Sünden. Das äußerliche Zeichen ist wie ein Siegel und Bekräftigung der Worte und Verheißung, wie es Paulus auch nennt. Darum, wie die Verheißung vergeblich ist, wenn sie nicht durch den Glauben gefaßt wird, also ist auch die Zeremonia oder äußerliche Zeichen nicht nütze, es sei denn der Glaube da, welcher wahrhaftig dafürhält, daß uns Vergebung der Sünden widerfährt. Und derselbe Glaube tröstet die erschrockenen Gewissen. Und wie Gott die Verheißung gibt, solchen Glauben zu erwecken, also ist auch das äußerliche Zeichen daneben gegeben und vor die Augen gestellt, daß es die Herzen zu Glauben bewege und dem Glauben stärke. Denn durch die zwei, durchs Wort und äußerliche Zeichen, wirkt der Heilige Geist. Und dies ist der rechte Gebrauch des heiligen Sakraments, wenn durch den Glauben an die göttliche Verheißung die erschrockenen Gewissen werden wieder aufgerichtet. Und das ist der rechte Gottesdienst im Neuen Testament; denn im Neuen Testament geht der höchste Gottesdienst inwendig im Herzen zu, daß wir nach dem alten Adam getötet werden und durch den Heiligen Geist neu geboren werden. Und dazu hat auch Christus das Sakrament eingesetzt, da er sagt: „Solches tut zu meinem Gedächtnis!“ Denn solches zu Christi Gedächtnis tun, ist nicht ein solch Ding, das allein mit Gebärden und Werken zugeht, allein zu einer Erinnerung und zu einem Exempel, wie man in Historien Alexandri und dergleichen gedenkt usw., sondern heißt da Christum recht erkennen, Christi Wohltat suchen und begehren. Der Glaube nun, der da erkennt die über-schwengliche Gnade Gottes, der macht lebendig. Und das ist der vornehmste Gebrauch des Sakraments, daran wohl zu merken, welche recht geschickt seien zu dem Sakrament, nämlich die erschrockenen Gewissen, welche ihre Sünden fühlen, vor Gottes Zorn und Urteil erschrecken und sich nach Trost sehnen. Darum sagt der Psalm: „Er hat ein Gedächtnis gemacht seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr; er hat Speise gegeben denen, so ihn fürchten.“ Und der Glaube, der da erkennt solche Barmherzigkeit, der macht lebendig, und das ist der rechte Gebrauch des Sakraments. Da ist denn auch und findet sich das Dankopfer oder Danksagung. Denn wenn das Herz und Gewissen empfin-det, aus was großer Not, Angst und Schrecken es erlöst ist, so dankt es aus Herzensgrunde für so großen, unsäglichen Schatz und braucht auch der Zeremonien oder äußerlichen Zeichen zu Gottes Lobe und erzeigt sich, daß es solche Gottesgnade mit Dankbarkeit annehme, groß und hoch achte. Also wird die Messe ein Dankopfer oder Opfer des Lobes. Und also reden die Väter davon von zweierlei Effekt oder Nutzen des Sakraments: erstlich, daß dadurch die Gewissen getröstet werden; zum anderen, daß Gott Lob und Dank gesagt werde. Das erste gehört eigentlich zum rechten Gebrauch des Sakraments, das andere zu dem Opfer. Vom Trost sagt Ambrosius: „Geht zu ihm, das ist, zu Christo, und empfangt Gnade usw.; denn er ist die Vergebung der Sünden. Fragt ihr aber, wer er sei? Hört ihn selbst reden: 'Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubet, den wird nicht dürsten.'“ Da zeigt er an, daß mit dem Sakrament angeboten wird Vergebung der Sünden. Er sagt auch, man soll solches mit dem Glauben fassen. Man findet der Sprüche unzählige in der Väter Büchern, welche die Widersacher alle auf das opus operatum und auf das Messehalten, so für andere geschieht, deuten, so doch die Väter vom Glauben an die Verheißung Gottes und von dem Trost, den die Gewissen empfangen, reden, und de applicatione gar nichts sagen. Darüber findet man Sprüche in den Vätern von Danksagung, wie denn Cyprianus fast lieblich redet vom christlichen Kommunizieren. „Ein christlich Herz“, sagt er, „teilt seinen Dank auf einen Teil für den geschenkten Schatz, aufs andere Teil für die vergebenen Sünden und dankt für so reiche Gnade.“ Das ist, ein christlich Herz, das sieht an, was ihm geschenkt ist in Christo und was ihm auch für große Schuld aus Gnaden erlassen ist; hält gegeneinander unsern Jammer und die große Barmherzigkeit Gottes und dankt Gott usw. Und daher ist es Eucharistia genannt in der Kirche. Darum ist die Messe nicht eine solche Danksagung, die man ex opere operato für andere tun oder halten solle, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen. Denn solches wäre stracks wider den Glauben, gleich als ob die Messe oder die äußerliche Zeremonie ohne den Glauben jemand fromm und selig machte.

 

Von dem Wort Messe.

 

Hier ist zu sehen, welch grobe Esel unsere Widersacher sind. Sie sagen, das Wort missa komme von dem Wort misbeach, das ein Altar heißt; daraus soll folgen, daß die Messe ein Opfer sei; denn auf dem Altar opfert man. Item das Wort liturgia, wie die Griechen die Messe nennen, soll auch ein Opfer heißen. Darauf wollen wir kurz antworten. Alle Welt sieht, daß aus diesen Gründen dieser heidnische und antichristliche Irrtum nicht folgen müsse, daß die Messe helfe ex opere operato sine bono motu utentis. Darum sind sie Esel, daß sie in solcher großwichtigen Sache so ungereimt Ding vorbringen. Auch so wissen die Esel keine Grammatika. Denn missa und liturgia heißen nicht Opfer. Missa heißt hebräisch eine zusammengetragene Steuer. 5 Mos. 16,10. Denn also ist etwa die Weise gewesen, daß die Christen Speise und Trank zugut den Armen in die Versammlung gebracht haben. Und solche Weise ist von den Juden herge-kommen, die auf ihre Feste mußten solche Steuer bringen; die nannten sie missa. So heißt liturgia griechisch eigentlich ein Amt, darin man der Gemeinde dient; das schickt sich wohl auf unsere Lehre, daß der Priester da als ein gemeiner Diener denjenigen, so kommunizieren wollen, dient und das heilige Sakrament reicht. Etliche meinen, missa komme nicht aus dem Hebräischen, sondern sei als viel als remissio, Vergebung der Sünden. Denn so man kommuniziert hat, hat man gesprochen: Ite, missa est; „Zieht hin, ihr habt Vergebung der Sünden.“ Und daß dem also sei, ziehen sie an, daß man bei den Griechen gesprochen hat: Lais Aphesis, das ist auch so viel: Ihnen ist verziehen. Wo dem also, wäre dieses ein feiner Verstand; denn es soll allezeit bei dieser Zeremonie Vergebung der Sünden gepredigt und verkündigt werden. Doch ist diesem Handel wenig geholfen, das Wort missa heiße, was es wolle.

 

Von den Messen für die Toten.

 

Daß aber die Widersacher noch dies wollen verteidigen, daß die Messe den Toten helfe, davon sie einen eigenen Jahrmarkt und sonderlich unsägliche Kretschmerei gemacht, des haben sie kein Zeugnis noch Befehl Gottes in der Schrift. Nun ist es je ein unsäglicher, großer Greuel und nicht eine kleine Sünde, daß sie dürfen ohne Gottes Wort, ohne alle Schrift, einen Gottesdienst in der Kirche anrichten und dürfen das Abendmahl des Herrn, welches Christus hat eingesetzt, das Wort zu predigen, dabei seines Todes zu gedenken, zu stärken den Glauben derjenigen, so die Zeremonie brauchen, unverschämt ziehen auf die Toten. Denn das heißt recht Gottes Namen mißbrauchen wider das andere Gebot. Denn erstlich ist das die höchste Schmach und Lästerung des Evangelii und Christi, daß das schlechte Werk der Messe ex opere operato ein Opfer sei, das Gott versöhne und für die Sünden genugtue. Es ist eine recht schreckliche, häßliche Predigt und Lehre und ein großer, unsäglicher Greuel, daß das bloße getane Werk eines Priesters als viel gelten solle als der Tod Christi. So ist je gewiß, daß die Sünde und der Tod nicht können überwunden werden denn allein durch den Glauben an Christum, wie Paulus sagt Röm. 5. Darum so können die Messen den Toten in keinem Weg ex opere operato helfen. Wir wollen hier nicht erzählen, wie schwache Gründe die Widersacher vom Fegefeuer haben; item, woher die Lehre von der Genugtuung und Satisfaktion erst aufgekommen; wie wir denn haben oben angezeigt, daß es eitel Träume und erdichteter Menschen-tand ist. Allein das wollen wir ihnen sagen, das gewiß ist, das Abendmahl gehöre eigentlich zur Vergebung der Schuld. Denn was Trost hätten wir, so uns da sollte Vergebung angeboten werden, und sollte doch nicht Vergebung der Schuld sein? So nun die Zeremonia Vergebung der Schuld anbietet, folgt, daß unmöglich ist, daß eine satisfactio sei ex opere operato oder den Toten helfe. Denn gehört sie zur Vergebung der Schuld, so muß sie allein dazu dienen, die Gewissen zu trösten, das sie glauben, ihnen sei die Schuld wahrhaftig vergeben. Und wahrlich, es wäre nicht Wunder, daß alle frommen, christlichen Leute vor Angst und Leid Blut weinten, wenn sie recht bedächten, wie unsäglicher greulicher und schreck-licher Mißbrauch der Messe unter dem Papsttum ist, nämlich daß die Messe das mehrere Teil nirgend zu anders gebraucht wird, denn für die Toten und die Pein des Fegefeuers abzulösen. Sie schreien, wir tun iuge sacrificium oder das tägliche Opfer ab. Das heißt recht iuge sacrificium, das tägliche Opfer abgetan aus der Kirche, das ist eine rechte Tyrannei und Wüterei des gottlosen Antiochi, also das ganze Evangelium, die ganze Lehre vom Glauben, von Christo unterdrücken und auf solche Träume von satisfactionibus, solche Lügen vom opere operato an die statt dessen predigen. Das heißt recht das Evangelium unter die Füße treten, den Gebrauch der Sakramente schändlich verkehren. Das sind die rechten Lästerer, da Paulus von sagt, daß sie: „schuldig seien am Leib und Blut des Herrn“, welche die Lehre von Christo, vom Glauben unterdrücken und mißbrauchen der Messe und des Abendmahls zu einem schändlichen, unverschämten öffentlichen Geiz, zu einem Jahrmarkt und Schenkwirtschaft, und das alles unter einem heuchlerischen Schein der Satisfaktion. Und eben um dieser großen, unsäglichen Gotteslästerung willen werden die Bischöfe schwere Strafe von Gott gewarten müssen. Es wird einmal Gott das andere Gebot wahrlich wahr machen und einen großen, grimmigen Zorn über sie ausgießen. Darum haben wir uns und alle wohl vorzusehen, daß wir uns der Widersacher Mißbrauchs nicht teilhaftig machen. Wir wollen aber wieder auf die Sache kommen. So die Messe nun nicht eine Genugtuung ist weder für eine Pein noch Schuld ex opere operato, so folgt, daß die Messe, so man für die Toten hält, unnütz und nichts sei. Und es bedarf nicht langer Disputation. Denn das ist gewiß, daß solches Messehalten für die Toten in der Schrift gar keinen Grund hat. Nun ist es ein Greuel in der Kirche, Gottesdienst anrichten ohne alles Gotteswort, ohne alle Schrift. Und wenn es not wird sein, so wollen wir von diesem Stücke ganz reichlich mehr und nach aller Notdurft weiter reden. Denn was sollen wir uns jetzund hier viel mit den Widersachern zanken, so sie gar nicht verstehen, was Opfer, was Sakrament, was Vergebung der Sünden, was Glaube sei? Und der griechische Kanon appliziert auch nicht die Messe als eine Genugtuung für die Toten; denn er appliziert sie zugleich für alle Patriarchen, Propheten, Apostel. Daraus erscheint, daß die Griechen auch als eine Dank-sagung opfern, nicht aber als eine Satisfaktion für die Pein des Fegefeuers. Denn es wird freilich nicht ihre Meinung sein, die Propheten und Apostel aus dem Fegefeuer zu erlösen, sondern allein Dank zu opfern neben und mit ihnen für die hohen ewigen Güter, so ihnen und uns gegeben sind. Die Widersacher ziehen an, daß etwa für Ketzerei verdammt sein soll, daß einer, genannt Aerius, soll gehalten haben, die Messe sei nicht ein Opfer für die Toten. Hier behelfen sie sich aber mit ihren gewöhnlichen Griffen, daß sie erdichten, unsere Lehre sei von alters her verworfen. Aber die Esel schämen sich keiner Lüge. So wissen sie nicht, wer Aerius gewesen oder was er gelehrt hat. Epiphanius schreibt, daß Aerius gehalten habe, das das Gebet für die Toten sei unnütz. Nun reden wir nicht vom Gebet, sondern vom Nachtmahl Christi, ob das ex opere operato ein Opfer sei, den Toten zu helfen. Dieser unser Handel betrifft Aerium nichts. Was auch sonst aus den Vätern für die Messe angezogen wird, belangt alles diesen Handel nicht. Denn die guten, frommen Väter haben diesen greulichen, läster-lichen, antichristlichen Irrtum nicht gelehrt, das die Messe ex opere operato den Lebendigen und Toten Vergebung der Pein und Schuld verdiene. Denn dieser Irrtum vom opere operato ist eine öffentliche Ketzerei wider alle Schrift, wider alle Propheten und Apostel, und alle Christen sollen lernen, daß solche papistische Messen eitel schreckliche Abgötterei seien. Es bleibt aber in der Welt solche Abgötterei, solange der Antichrist regiert und bleibt. Denn wie in Israel ein falscher Gottesdienst ward angerichtet mit Baal, auch unrechte Gottesdienste waren unter dem Schein des Gottesdienstes, den Gott geordnet hat, also hat der Antichrist in der Kirche auch einen falschen Gottesdienst aus dem Nachtmahl Christi gemacht. Und doch, wie Gott unter Israel und Juda dennoch seine Kirche, das ist, etliche Heilige, behalten hat, also hat Gott seine Kirche, das ist, etliche Heilige, unter dem Papsttum dennoch erhalten, daß die christliche Kirche nicht ganz untergegangen ist. Wiewohl nun der Antichrist mit seinem falschen Gottes-dienst zum Teil bleiben wird, bis daß Christus der Herr öffentlich kommen und richten wird, so sollen doch alle Christen verwarnt sein, sich zu hüten vor solcher Abgötterei, und sollten lernen, wie man Gott recht dienen und Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christum erlangen soll, daß sie Gott recht ehren und beständigen Trost wider die Sünde haben können. Denn darum hat Gott gnädiglich sein Evangelium scheinen lassen, daß wir verwarnt und selig würden. Dieses haben wir von der Messe kurz gesagt, daß alle gottesfürchtigen, frommen, ehrbaren Leute in allen Nationen verstehen mögen, daß wir mit allem treuen Fleiß die rechte Ehre und den rechte Gebrauch der Messe erhalten haben, und daß wir des große, hochwichtige Ursachen haben, warum wir es mit den Widersachern nicht halten. Und wir wollen alle frommen, ehrbaren Leute verwarnt haben, daß sie des großen Greuels und Mißbrauchs der Messe sich mit den Widersachern nicht teilhaftig machen, damit sie sich nicht mit fremden Sünden beschweren. Es ist ein großer Handel und eine ganz wichtige Sache. Denn dieser Mißbrauch ist nicht geringer, denn zu Elias Zeiten die Sache war mit dem falschen Gottesdienst Baal. Wir haben auf diesmal mit gelinden Worten und ohne Schmähworte diese Sache vorgetragen; werden aber die Widersacher nicht aufhören zu lästern, so sollen sie innewerden, daß wir ihnen auch härter zu-sprechen wollen.

 

- Fortsetzung -