Dämonen
Satan awakening his legions

Dämonen

Im Neue Testament begegnen uns Kreaturen, die ebenso Abscheu wie Ratlosigkeit hervorrufen. Und doch wird selten über sie gesprochen. Denn fast alles, was man über sie sagen könnte, wird sofort missverstanden. Die einen lachen, die anderen gruseln sich. Und viele sind peinlich berührt, weil sie es für Aberglauben halten. Welche Kreaturen meine ich aber? Nun – die Dämonen, die bösen Geister, die gefallenen Engeln. Die kommen im Neuen Testament zu oft vor, als dass man sie ignorieren könnte. Und gerade Jesus setzt sich sehr ernsthaft mit ihnen auseinander. Zwar hat man sich daran gewöhnt, solche Erscheinungen mit psychischen Erkrankungen gleichzusetzen und sie damit „weg-zu-erklären“. Es sollen „natürliche“ Phänomen sein – und in biblischer Zeit war man nur zu dumm, das zu erkennen. Doch die theologischen Lehrbücher der Vergangenheit wählten diesen Ausweg noch nicht. Vielmehr widmeten sie den Dämonen in der Schöpfungslehre ein eigenes Kapitel. Denn die Bibel sagt deutlich genug, dass Gott neben der sichtbaren Welt der Menschen auch eine unsichtbare Welt der Engel geschaffen hat. Und die zerfällt nun mal in die beiden Untergruppen der guten und der bösen Engel. Ursprünglich waren alle Engel „gut“, denn Gott hat nichts Böses geschaffen. Als aber der Satan rebellierte und von Gott abfiel, ging er diesen Weg nicht allein, sondern viele Engel wandten sich mit ihm dem Bösen zu, wurden mit dem Satan aus dem Himmel verstoßen und dienen ihm seither genau so, wie die guten Engel Gott dienen (Judas 1,6; 2. Petr 2,4). Die guten Engel, die Gott verblieben sind, wurden von ihm im Guten befestigt, so dass sie nicht mehr fallen können. Die schlechten hingegen sind in solchem Maße verdorben, dass sie nie wieder gut werden. Und folglich teilen sie Satans Schicksal, dessen Niederlage besiegelt ist, seit Christus auferstand (Lk 10,18; Joh 12,31; 16,11; Offb 12,7-11; Kol 2,15). Satans Engel werden mit ihm untergehen. Das steht fest. Aber gerade diese bittere Gewissheit treibt sie an, bis zu ihrem Untergang noch möglichst viel zu tun, was Gott und den Menschen Schmerzen bereitet. Sie schaden den Menschen leiblich an ihrer Gesundheit und an ihren Gütern (Lk 13,10-17; Hiob 1,12ff; 2,6-8). Vor allem schaden sie ihnen aber geistlich und seelisch, indem sie Menschen zum Unglauben verführen, zu Lästerung, Verzweiflung und bösem Tun (1. Petr 5,8-9; Eph 2,1-3) – und das immer mit dem Ziel, möglichst viele Menschen möglichst weit von Gott zu entfernen und sie möglichst dauerhaft seiner Gemeinschaft zu entziehen. Am radikalsten gelingt das, wo dämonischer Geist von einem Menschen so sehr Besitz ergreift, dass er, seines Wesens beraubt, die Kontrolle über sich verliert und nur noch ein Werkzeug des Bösen ist, das aus ihm spricht. Weil die gegenteilige Wirkung der Heilung und des Heils aber in besonderem Maße von Christus und der Christenheit ausgeht, streiten die bösen Engel besonders erbittert gegen die Kirche. Sie haben größte Freude an den Fehlern der Geistlichen und an der Trägheit der Gläubigen. Sie stören den Gang des Evangeliums durch Verblendung und Irrlehre, Gottvergessenheit, Zynismus, Hochmut und alles andere, was dem Leib Christi schadet (Mt 16,18; 13,25; Lk 8,12; 1. Tim 4,1; Eph 6,10-12). Und außerhalb der Kirche betreiben sie den Verfall der guten Ordnungen, die das menschliche Leben stabilisieren und fördern sollen – wie Ehe, Familie, Arbeit und Staat. Die Dämonen sind zahlreich und listig. Sie sind als „Geister“ aber unkörperliche Wesen, d.h. sie besitzen keinen Leib und keine eigene Gestalt, in der sie erscheinen könnten. Und so groß ihre Macht auch sein mag, ist sie doch insofern begrenzt, als sie nie weiter reicht als Gottes Erlaubnis und Zulassung (Mt 8,31; Hiob 1-2). Wenn böse Geister dem Sohn Gottes begegnen, erkennen sie ihn schneller als die Menschen (Mt 8,29). Sie wissen sofort, mit wem sie es zu tun haben, erkennen Jesu Überlegenheit und weichen der Verbannung in seinem Namen (Lk 10,17; Mk 1,27). Doch ist solcher Erfolg nicht immer von Dauer. Denn wenn sie für eine Weile aus einem Menschen ausgefahren sind, kehren sie auch gern zurück (Mt 12,43-45). Sie versuchen auf jede Weise Gottes Ehre zu schmälern, verführen zum Bösen und verklagen die Schuldigen. Dass die hasserfüllten Geister, die niemandem Rettung gönnen, ihrerseits aber noch gerettet würden, ist nicht vorgesehen. Sondern zuletzt landen Satans Engel gemeinsam mit ihrem Herrn im höllischen Feuer (Mt 25,41; Offb 20,10). Natürlich ist es fahrlässig, sie herbeizurufen oder zu beschwören – wie manche Esoteriker das tun. Doch muss sie ein Christ auch nicht übermäßig fürchten. Denn wenn wir durch den Glauben in Christus sind, und Christus in uns, dann haben Dämonen keine Macht über uns, wie es die ältere Theologie ganz richtig betont: „Wir haben … nicht nötig, böse Geister zu verehren, damit sie uns nicht schaden, oder wider sie abergläubische Mittel zu brauchen, oder auch sie ängstlich zu fürchten. Der Glaubensgedanke: ich bin Gottes durch Christum, Christus hat mich mit seinem Blut erkauft, ich stehe unter dem Schutz eines Königs, der größer als alles ist, ich gehöre demjenigen an, in dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt – dieser Glaubensgedanke macht getrost und schützt wider alle Dämonen, sie mögen sein, wie sie wollen“ (Magnus Friedrich Roos). Das stimmt! Sie mögen sein, wie sie wollen – eher sollten diese Geister einen Christen fürchten als der Christ sie! Und doch bleibt das Thema schwierig, weil es viele Menschen gar nicht mehr mit dem Glauben in Verbindung bringen, sondern mit irgendeinem Aberglauben. Sie denken an Gruselfilme und fragen uns dann, ob wir das alles für „real“ halten. Wir aber stehen ratlos da, weil die im Neuen Testament beschriebene Dämonie ja tatsächlich aus unsrer Lebenswelt verschwunden scheint. Wir behandeln sie wie andere biblische Themen auch. Aber selbst von den Bibelfesten und Hartgesottenen behaupten nur wenige, bezüglich der Dämonen über eigene Erfahrung zu verfügen. Und so ist es das einfachste, wenn man darin einen durch Aufklärung überwundenen Aberglauben sieht. Nur – sollten wir dann annehmen, Gottes Sohn sei einer fixen Idee aufgesessen und hätte sich mit Mächten herumgeschlagen, die es niemals gab? Ich kann nicht glauben, dass sich Christus in dieser Sache geirrt hätte. Er wusste darüber garantiert mehr als alle Gelehrten der Neuzeit zusammen. Und wenn er die Dämonen als Gegner ernst nimmt, tue ich das auch. Doch was ist dann geschehen? Sind die Dämonen nach und nach verschwunden? Hat uns die Entdeckung natürlicher Zusammenhänge dahin geführt, dass wir heute außer dem „Natürlichen“ gar nichts mehr sehen – und für alles übrige blind sind? Oder kamen die Dämonen selbst auf die Idee, dass es für sie vorteilhafter ist, wenn niemand mit ihnen rechnet? Ist das ihre Strategie, in der Neuzeit inkognito zu bleiben, um aus der Verborgenheit heraus um so effektiver zu wirken? Haben sie ihre Aktivitäten eingestellt? Oder sehen wir sie bloß nicht? Ich denke, frühere Generationen würden lachen und würden sagen: „Sei doch nicht dumm! Vielleicht siehst du keine Läuse mehr, aber wenn es dich juckt, sind sie noch da. Vielleicht siehst du keine Diebe, aber wenn weiterhin Geld verschwindet, sind sie noch da. Du meinst, du hättest allen Müll aus dem Haus getragen, aber der Gestank hört nicht auf? Du meinst, du hättest das Feuer gelöscht, aber trotzdem steigt noch Rauch auf? Die Löcher in deinem Boot sind gestopft, aber du bekommst immernoch nasse Füße? Sei doch nicht dumm! Wenn die Wirkung bleibt, wurde auch die Ursache nicht beseitigt! Lerne also, den Baum an seinen Früchten zu erkennen. Und wenn du dann siehst, dass weiterhin geschieht, was im Interesse der Dämonen liegt, dann sind sie auch nicht weg. Denn jeder Schädling verrät seine Anwesenheit durch den für ihn typischen Schaden. Du siehst nicht mehr die Ratten, siehst aber weiterhin ihre Spuren.“ Wenn man das aber auf die Dämonen anwendet – was sind dann ihre „Spuren“? Was ist das unveränderliche Merkmal ihrer Aktivität? Paul Tillich sagt: „Der Anspruch eines Endlichen, unendlich und von göttlicher Größe zu sein, ist das Charakteristikum des Dämonischen“ (Syst. Theol. III, S. 125). Und wenn wir uns das klar machen, schärft es den Blick. Denken wir nicht mehr an dumme Grusel-Filme, sondern an Relatives, das absolute Geltung beansprucht, haben wir sogleich den bösen Geruch in der Nase und finden das Dämonische überall, weil es nie aus der Welt verschwunden ist. Es geht um Geschöpfe, die soviel Respekt einfordern, als wären sie der Schöpfer. Es geht um Vorläufiges, das sich als letztgültig ausgibt, und um Bedingtes, das unbedingten Gehorsam fordert. Irgendetwas, das nicht Gott ist, will Gottes Rolle übernehmen. Irgendjemand, der unter Gott steht, fordert die Gott gebührende Hingabe. Das ist das Kennzeichen des Dämonischen! Und folgen wir dieser Spur, so ist Dämonie keineswegs aus unsrer Welt verschwunden, sondern ist allgegenwärtig. Denn viel Relatives beansprucht absolute Geltung – und verkehrt damit die Ordnung der Welt. Es entsteht jene verhängnisvolle Täuschung, durch die ein Mensch von falschen Autoritäten abhängig wird und sich auf falsche Ziele fixiert. Denn im Dämonischen erhebt sich Bedingtes zu unbedingter Würde, Wandelbares wird für ewig gehalten, Vorübergehendes wie Letztgültiges verehrt – und wer drauf reinfällt, sucht Halt, wo keiner ist. Der Gehstock, auf den er sich stützen will, zerbricht wie ein brüchiges Rohr und durchbohrt ihm die Hand (Jes 36,6; 2. Kön 18,21). Er sucht das Leben und greift nach dem Tod. Und aus dieser fatalen Verwechslung erwächst ihm jener denkbar größte Schaden, auf den es die Dämonen abgesehen haben. Denn fehlgesteuerte Menschen, die sich selbst ruinieren, sind genau die Früchte, an denen wir die verderbliche Aktivität böser Engel erkennen. Das sind die Spuren, die sie hinterlassen, dass Menschen sich mit Hingabe und Liebe auf Dinge fixieren, die es nicht wert sind. Und wo wir so etwas finden, müssen wir nicht mehr lange fragen, ob es Dämonen gibt, denn da ertappen wir sie auf frischer Tat. Endliches beansprucht von unendlicher Bedeutung zu sein und gewinnt solche Macht über den Menschen, dass er weder zu sich selbst finden kann noch zu Gott. Und was ihn konkret verblendet, fesselt und beherrscht, ist unserem Feind egal, solange es nur nicht Gott ist. Manche vergöttern ein lang ersehntes Kind. Und für andere sind es die „Likes“ in den sozialen Medien. Manche brauchen unbedingt den Adrenalin-Kick im Sport, und andere einen akademischen Titel. Doch so oder so dient der Mensch Instanzen, die solchen Dienst nicht verdienen. Und was immer die „Besessenen“ beherrscht und wie „gesund“ sie äußerlich scheinen – sie verfehlen doch ihre eigentlich Bestimmung, die darin bestünde, nur zu Gott ein Verhältnis unbedingter Hingabe und Loyalität zu pflegen. Und was sie davon abhält, ist dämonischer Natur, auch wenn es ganz alltäglich und harmlos daherkommt. Denn es besetzt und blockiert den Platz, der Gott im menschlichen Leben gebührt. Die Liebe, die uns mit Gott verbinden sollte, wird an einen Gottesersatz verschwendet. An den hängt sich das Herz mit all seinen Erwartungen. Aber der Gottesersatz hält nicht, was man sich von ihm verspricht – und der Allmächtige, der es halten könnte, findet keinen Raum. Ich denke an jemand, der sein Leben lang versucht, die Erwartungen seiner Eltern zu erfüllen. Der will sich ihnen zuliebe zwingen, etwas zu sein, was er nicht ist, will den Hoffnungen genügen, die die Eltern in ihn setzen, verbiegt sich, um sie nicht zu enttäuschen, vernachlässigt darüber das, wozu er wirklich Talent hätte, und zwingt sich zu einer Arbeit, mit der er die elterliche Anerkennung und Liebe zu gewinnen hofft. Es ist aber nie genug. Und wenn die Eltern sterben, hat der Sohn das Leben verpasst, das er hätte führen können. Wie es zu der Tragödie kam, lässt sind ganz „natürlich“ erklären. Und doch: Ist es nicht „dämonisch“, wie manche Eltern die eigenen Kinder zerstören? Ich denke an hundert katholische Priester, die nach bestem Wissen und Gewissen ihre Arbeit tun und ihr Leben damit verbringen, Menschen in der Kirche zu beheimaten. Doch einer von den hundert ist pädophil. Und nachdem das in der Zeitung steht, fragt keiner mehr, was die 99 anderen Gutes getan haben. Sondern der eine macht alles zunichte, zerstört alles Vertrauen, das die anderen aufgebaut haben, all ihre Bemühungen verpuffen, und das schändliche Tun dieses einen prägt so sehr das Bild der Kirche, dass viele auch gleich ihre Botschaft verwerfen. Wie es zu dieser Tragödie kam, lässt sind ganz „natürlich“ erklären. Und doch: Ist es nicht „dämonisch“, wenn einer Jesus Christus in wenigen Stunden derart Schande macht, dass es 99 andere in Jahren nicht wieder herausreißen können? Ich denke an die Hitlerjungen, die in der Nähe meines Elternhauses im Wald begraben liegen. Denen hatte man die Nazi-Ideologie so fest eingetrichtert, dass sie noch 1945 meinten, sie sollten sich in diesem Wald den amerikanischen Truppen entgegenstellen. Natürlich war das ein sinnloses Opfer. Es gab da längst kein „Vaterland“ mehr zu verteidigen. Diese Jungs starben völlig umsonst. Ideologisch verblendet vergeudeten sie ihr Leben. Und wie es dazu kam, lässt sind ganz „natürlich“ erklären. Und doch: Sollte es nicht „dämonisch“ sein, was da angerichtet wurde? Mir würden noch viele Beispiele einfallen. Denn man muss nur schauen, wo Menschen auf tragische Weise kaputtgehen, wo sie sich und andere seelisch ruinieren und durch falsche Zielsetzungen in ihr Unglück laufen. Da finden wir immer dieselbe unglückselige Konstellation, die wir „dämonisch“ genannt haben. Etwas Irdisches wird so wichtig genommen, als wäre es Gott. Und nie kommt etwas Gutes dabei heraus. Bedingtes wird behandelt, als sei es von unbedingter Bedeutung. Menschen entbrennen in Hass oder Egoismus, Geiz, Gier oder Neid. Die zentrale Stellung, die Gott zukommen sollte, ist besetzt. Und schon freuen sich die gefallenen Engel, einen weiteren Menschen fallen zu sehen. Denn tatsächlich ist dämonische Besessenheit keine seltene Erscheinung, die nur bei Satanisten und Psychopathen aufträte. Sondern wir leben in einer Welt randvoll von unerkannter Dämonie, die eher die Regel ist als die Ausnahme. Was aber hilft dagegen? Die Antwort liegt auf der Hand. Denn wenn böse Geister in einem Menschen unbesetzten Raum vorfinden, nutzen sie die Gelegenheit und machen sie sich in ihm breit. Sie füllen jedes Vakuum! Und folglich ist es das beste Gegenmittel, den eigenen Seelenraum mit Gottes Heiligem Geist so restlos anzufüllen, dass Dämonie darin keinen Platz findet. Denn wo ein Mensch von Gottes Geist „besessen“ ist, findet die Gegenseite keinen Zugang mehr. Wer keinen Herrn anerkennen will und herrenlos herumirrt, lädt den Satan förmlich zu sich ein – und wird ihm zur leichten Beute. Wer hingegen das Siegel Christi an sich trägt, wer ihm gehört und ein Glied am Leib Christi ist, an dem vergreifen sich Satans Engel nicht so schnell. Und daher hilft nichts besser gegen böse Geister, als von gutem Geist erfüllt zu sein. Denn einen neutralen Zustand, in dem der Mensch sich selbst gehörte, gibt es nicht. In unsrer Seele herrscht nie ein Machtvakuum, es gibt da keine Indifferenz und keine Selbstbestimmung, sondern – wie Luther sagt – sind wir Reittiere: Entweder sitzt Christus obendrauf oder der Teufel. Aber einer von beiden tut es ganz gewiss. Wenn Christus uns reitet, kann es der Teufel nicht tun. Und wenn es der Teufel tut, bleibt für Christus kein Platz. Aber immer ist es dieser, der uns führt und steuert, oder es ist der andere. Und so ist die Alternative zur dämonischen Besessenheit nicht eine Neutralität, die es gar nicht gibt, sondern die einzige Alternative ist, dass Gottes Geist uns besitzt, erfüllt und beherrscht. So oder so bin ich nicht mein eigener Herr. Aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ich ein Reittier unter Gott oder unter dem Teufel bin. Denn der Teufel reitet mich zu Schanden, bis dem armen Esel die Beine brechen. Und Gott führt mich auf so schonende Weise, dass ich durch seine Gnade den Himmel erreiche. Weil es eine dritte Möglichkeit aber nicht gibt, zerfällt die Menschheit nicht in jene, die von etwas beherrscht werden, und die anderen, die über sich selbst herrschen. Sondern sie zerfällt in jene, die von Christus beherrscht werden, und die anderen, die der Böse im Griff hat. Keiner von uns „herrenlos“. Aber die, bei denen Christus fest im Sattel sitzt, sind genau darum vor allen Dämonen sicher. Und die anderen, die Christus aus ihrem Herzen vertreiben, bekommen sehr bald Besuch von der Gegenseite. Denn in leere Wohnungen kann man leicht einziehen, während das bei bewohnten Räumen viel schwerer ist. Es gibt keinen besseren Schutz vor bösen Geistern, als permanent angefüllt zu sein mit Gottes gutem Geist. Laden wir ihn also ein, uns als seine Wohnung in Besitz zu nehmen (Röm 8,9; 1. Kor 3,16; Eph 3,17; 2. Tim 1,14). Denn wo er die Macht hat, hat der Feind keine. Und dort müssen uns Dämonen dann auch keine Sorge bereiten. 

 

 

Bild am Seitenanfang: Satan awakening his legions (1913)

Estella Canziani, Public domain via Artvee